Hamburg
Auto von „Bild“-Chefredakteur Diekmann angezündet

Die Serie von Brandanschlägen auf Politiker und Wirtschaftsvertreter in Hamburg setzt sich fort. Jetzt traf es den Chefredakteur der Bild-Zeitung, Kai Diekmann. Sein Wagen wurde im Stadtteil Harvestehude angezündet und brannte aus.

HB HAMBURG. Die unbekannten Täter setzten den Wagen gegen 2.43 Uhr in Brand. Nach Angaben der Polizei bemerkten Nachbarn das Feuer und alarmierten die Feuerwehr. Der Wagen - ein Mercedes der R-Klasse - wurde von Diekmanns Familie genutzt. Der oder die Täter konnten unerkannt flüchten.

Polizeisprecher Ralf Meyer sagte am Dienstagmorgen. „Wir vermuten einen politischen Hintergrund.“ Einen Zusammenhang mit dem bevorstehenden G8-Gipfel in Heiligendamm wollte er nicht ausschließen. Der Staatsschutz ermittele. Der Wagen, der von der Familie genutzt wurde, wurde nach Angaben der Feuerwehr völlig zerstört.

Der jüngste Brandanschlag in Hamburg reiht sich ein in eine ganze Serie von politisch motivierten Brandanschlägen und Sachbeschädigungen. Allein 2006 wurden nach Angaben der Innenbehörde in der Hansesstadt neun Brandschläge verübt, von denen bisher keiner aufgeklärt wurde. Mitte des Jahres 2005 brannte der Wagen des Chefs der Norddeutschen Affinerie, Werner Marnette, aus, Ende Dezember 2006 wurde ein Brandanschlag auf ein Auto des Finanzstaatssekretärs Thomas Mirow (SPD) verübt. In einem Bekennerschreiben hatten die Täter Protest gegen den G8-Gipfel in Heiligendamm als Grund genannt.

Erst in der vergangenen Woche hatten Unbekannte in Hamburg Farbbeutel und Steine auf das Haus eines Lufthansa-Managers und ein Luxushotel geschleudert. Beide Male nahmen Bekennerschreiben Bezug auf den G8-Gipfel und die linke Szene. Zuvor war am 9. Mai in diesem Zusammenhang und wegen vermuteter Aktionen gegen den G8-Gipfel auch der Hamburger Szene-Treff „Rote Flora“ durchsucht worden.

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