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Hans-Peter Kröger neuer Präsident: Feuerwehren beklagen Nachwuchsmangel

Die Freiwilligen Feuerwehren in Deutschland beklagen einen Nachwuchsmangel und hoffen auf die Frauen. Immer weniger junge Menschen sind nach Angaben des Deutschen Feuerwehrverbandes (DFV) bereit, den ehrenamtlichen Dienst zu übernehmen.

dpa ULM/STUTTGART. Zur Lösung des Problems müssten künftig auch mehr Frauen für den Einsatz geworben werden, sagte der neue DFV-Präsident, Hans- Peter Kröger, am Freitag der dpa in Ulm.

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In Ulm trafen Feuerwehr-Führungskräfte aus ganz Deutschland zusammen, um über die Zukunft ihrer Arbeit zu beraten. Themen waren unter anderem „Wertewandel und Ehrenamt“, „Einsatzleitung aus dem Weltraum“ oder „Feuerwehrtechnik und Innovation“. Der 50 Jahre alte Kröger wurde mit großer Mehrheit zum neuen DFV-Präsidenten gewählt. Baden-Württembergs Innenminister Thomas Schäuble (CDU) sagte, die demographische Entwicklung werde den Feuerwehren zunehmend Probleme bereiten, genügend Mitglieder zu finden. Er kritisierte, dass Arbeitgeber ehrenamtlich tätigen Feuerwehrleuten Hindernisse in den Weg legten.

Die Feuerwehren hätten in den vergangenen fünf Jahren etwa 40 000 Mitglieder verloren, sagte Kröger. „Wir können auf diesen Schwund nicht damit reagieren, dass wir unsere Leistungen kürzen.“ Die Feuerwehr müsse nach 10 bis 12 Minuten am Einsatzort sein. „Schon nach 15 Minuten kann es für einen Menschen mit einer Rauchvergiftung zu spät sein.“ Das sei nur mit genügend ehrenamtlichen Kräften zu schaffen, sagte der Kreiswehrführer aus Plön (Schleswig-Holstein), selbst seit 1970 Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr.

In einigen Regionen hätten die Feuerwehren bereits die Schwellenwerte bei der Personalstärke erreicht, sagte Kröger. Zur Lösung des Problems setzt der DFV auch auf die Frauen. „Momentan liegt der Anteil der Frauen in der aktiven Feuerwehr bei fünf Prozent - wir wollen diese Zahl kurzfristig verdoppeln.“ Frauen sei in der Vergangenheit oft nur Verpflegung, Telefon- oder Sanitätsdienst überlassen worden. „Das unterfordert die Frauen von heute. Sie wollen das tun, was ihre männlichen Kollegen auch tun.“

Mit 1,38 Millionen Mitgliedern sind die Feuerwehren nach Angaben des Verbandes die größte Organisation zur Abwehr von Gefahren in Deutschland. Sie leisteten mehr als 3,5 Millionen Einsätze im Jahr. Der DFV fördert unter anderem den Brand-, Umwelt- und Katastrophenschutz sowie die Zusammenarbeit von Hilfsorganisationen. Mit zahlreichen Veranstaltungen feiert der Verband an diesem Wochenende sein 150-jähriges Bestehen in Ulm.

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