Hasseröder, Radeberger, Warsteiner

Unkrautvernichter im Bier

Deutsche Biere sind offenbar mit Glyphosat belastet, ein häufig eingesetztes Pestizid, was krebserregend sein könnte. Betroffen sind einer Studie zufolge viele große Brauereien. Das trifft auf erbitterten Widerstand.
Update: 25.02.2016 - 13:57 Uhr 25 Kommentare
Ein Labor findet Unkrautvernichter im Lieblingsgetränk der Deutschen. Quelle: dpa
Bier

Ein Labor findet Unkrautvernichter im Lieblingsgetränk der Deutschen.

(Foto: dpa)

MünchenDeutsche Biere sind mit dem Pestizid Glyphosat belastet. Das ergab ein Test des Umweltinstitut München. Ein Labor hatte im Auftrag des Umweltinstituts Biere der 14 beliebtesten Biermarken Deutschlands auf Spuren des Unkrautvernichters hin untersucht und war bei jedem getesteten Produkt fündig geworden.

Glyphosat ist der mit Abstand am häufigsten eingesetzte Pestizidwirkstoff in Deutschland, erklärte das Umweltinstitut in einer Pressemitteilung. Rund 5.400 Tonnen würden bundesweit davon jährlich eingesetzt. Laut der Weltgesundheitsorganisation ist das Totalherbizid erbgutschädigend und "wahrscheinlich krebserregend".

Die im Test gemessenen Werte lagen zwischen 0,46 Mikrogramm pro Liter (µg/l) und 29,74 µg/l und damit im Extremfall fast 300-fach über dem gesetzlichen Grenzwert für Trinkwasser (0,1 µg/l). "Alle getesteten Biere enthielten das Pestizid Glyphosat. Damit droht das deutsche Reinheitsgebot ausgerechnet in seinem 500. Jubiläumsjahr zur Farce zu werden", erklärte die Biologin Sophia Guttenberger vom Umweltinstitut München.

"Ein Stoff, der wahrscheinlich krebserregend ist, hat weder im Bier noch in unserem Körper etwas verloren", fügte die Biologin hinzu. Die Deutschen konsumieren der Mitteilung zufolge im Durchschnitt 107 Liter Bier pro Jahr und nehmen damit unbewusst auch Glyphosat zu sich. Das sei nicht vereinbar mit dem Image von Reinheit und Natürlichkeit, für das die deutschen Brauereien stünden, so Guttenberger.

"Wir appellieren an die Brauereien, ihre Produkte und Zutaten jetzt genau zu überprüfen. Sie müssen klären, wie Glyphosat in das Bier gelangen konnte und in Zukunft sicherstellen, dass ihre Produkte frei von Pestizidrückständen sind", forderte die Biologin.

Und bekommt nun heftigen Gegenwind. Denn der Deutsche Brauer-Bund hat die Studie des Münchner Umweltinstituts zu Glyphosat in Bier als nicht glaubwürdig bezeichnet. Der Vorwurf des Umweltinstitutes, die Brauereien würden ihre Rohstoffe nicht ausreichend kontrollieren, sei „absurd und völlig haltlos“, teilten die Brauer am Donnerstag mit. Die Brauereien in Deutschland betrieben einen hohen Aufwand, um die vier natürlichen Rohstoffe Wasser, Malz, Hopfen und Hefe, die nach dem Reinheitsgebot zum Brauen verwendet werden, auf mögliche Schadstoffe zu kontrollieren.

Der Deutsche Brauer-Bund habe ein eigenes Überwachungs-System für Braumalz. „Unser Monitoring zeigt, dass die gemessenen Werte stets deutlich unter den Höchstgrenzen liegen. Zu keiner Zeit konnten Überschreitungen der zulässigen Rückstandshöchstwerte bei Glyphosat festgestellt werden.“ Daneben gebe es staatliche Kontrollen und weitere Eigenkontrollen der Brauereien, die dafür Sorge trügen, dass keine Schadstoffe Eingang in die Produktion finden. Allerdings bleibt in dieser Darstellung die Frage offen, nach welchen Höchstgrenzen gemessen wurde – für Bier gibt es keine gesetzlichen Grenzwerte.

Der Brauerei-Riese Anheuser-Busch InBev hat Testergebnisse des Münchner Umweltinstituts über Glyphosat in Bier als nicht nachvollziehbar und nicht plausibel bezeichnet. Vorwürfe des Instituts über nicht ausreichende Brauereikontrollen der Rohstoffe seien absurd und völlig haltlos, teilte ein Unternehmenssprecher am Donnerstag in Bremen mit. Er verwies auf Untersuchungen des Bundesinstituts für Risikobewertung, wonach Glyphosat-Spuren in Lebensmitteln als gesundheitlich unbedenklich eingestuft seien. Zu Anheuser-Busch gehören die Marken Beck's und Hasseröder Pils sowie Franziskaner Weißbier

Das Umweltinstitut startete eine Online-Aktion, mit der sich Verbraucherinnen und Verbraucher direkt an die Hersteller der getesteten Biere wenden können. Gefordert sei aber auch die Politik: Die Bundesregierung müsse auf europäischer Ebene gegen eine erneute Zulassung von Glyphosat stimmen. Über diese wird voraussichtlich schon im März entschieden.

Experten streiten über Gefährlichkeit von Glyphosat
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25 Kommentare zu "Hasseröder, Radeberger, Warsteiner: Unkrautvernichter im Bier"

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  • Unkrautvernichter im Bier

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    Wo gibt es dieses Bier mit Unkrautvernichter im Bier ?

    Das kauft man sofort alles ab...

    zuerst wird getrunken...

    und den rest bringt man vor der nächster Saat aussetzen auf dem Acker.

    Dann haben vorbei fahrende Autofahrer den rausch ohne dafür zu bezahlen zu müssen.

    UND NUN ERNST :

    MAN KANN ALLES KAPUTT REDEN WAS IN DEUTSCHLAND HERGESTELLT WIRD...ABER...

    wenn keine Autos mehr gebaut werden...kein Bier mehr hergestellt wird...keine sonstige deutsche Produktionen wachsen können weil alles wie ein Rattenschwanz an einander zusammen hängt...wohin soll es in Deutschland hin gehen mit dessen Wirtschaft ???

    WER MACHT DANN DEN MOTOR FÜR EUROPA ?

    Also erst gar nicht Führungskräfte werden lassen die nicht einmal als reinemache Kräfte erst eingestellt werden...und dann die eventuell gemachte Fehler korrigieren ohne an die eigene und der Weltwirtschaft noch mehr vernichtende Stagnierungen bescheren.

  • Glyphosat, das Wundermittel gegen alles was sich Unkraut nennt!

    Wie gut, dass die EU so viel Verständnis mit Monsanto hat und die Lieferung in die EU 15 Jahre verlängert!

    Aber es stimmt ja nicht, dass dieses Wundermittel krebserregend ist!! NEIN, Gift fördert unsere Gesundheit und alle Untersuchungen sind getürkt!

    Schaut doch mal in die Länder in denen dieses Gift schon viel länger ausgestreut wird! Es nützt gar nichts mehr gegen Ungeziefer, im Gegenteil die sind schlimmer wie eh!

    Nein, wer profitiert von diesem Gift in unseren Lebensmitteln, nicht nur bei Bier wohlgemerkt!

    Wir wolle das nicht und deshalb sollten alle an der Unterschriftenaktion von foodwatch mitmachen!

    Wir wollen kein Glyphosat in unseren Lebensmitteln, nein und nochmals nein!

  • Unabhängig davon ob Glyphosat schädlich für den Menschen ist oder nicht:

    Es wird langsam aber sicher wirkungslos.

    In den USA müssen schon ganze Landstriche für den Acherbau aufgegeben werden, weil sog. "Superweeds" resistent gegen Glyphosat geworden sind.

  • @ Jean Ackermann - 25.02.2016, 12:01 Uhr


    Daß Glyphosat als Einzelstoff möglicherweise nicht SEHR gefährlich ist, ist korrekt und wurde auch getestet. Trotzdem gibt es eine Gefährdung durch Glyphosat als Einzelsubstanz.

    Jedoch wird Glyphosat nicht alleine in Pflanzenschutzmitteln verwendet. In Kombination mit anderen in Pflanzeschutzmitteln verwendeten Stoffen ist Glyphosat SEHR gefährlich.

    Daß die Agrarlobby sich auf den Test des Einzelstoffes beruft, spricht daher Bände

  • @Jean Ackermann - 25.02.2016, 11:58 Uhr

    "Selbst wenn es krebserregend wäre,..."

    Bei krebserregenden Stoffen gibt es keinen unbegenklichen Grenzwert.

    Jede noch so kleine Dosis kann Krebs erregen, auch ein einzelns Molekül.

  • Gier und Überbevölkerung benötigen diese Art der Landwirtschaft, wie wäre es
    mit etwas weniger von allen. 50 Millionen Einwohner könnte man vielleicht mit
    etwas weniger Gift ernähren.

  • @Martin Wienand - 25.02.2016, 13:06 Uhr


    "Hinter diesem Institut steckt Monsanto ...."

    Monsanto wahrscheinlich nicht. Aber im Beirat des BfR sitzen Mitarbeiter von Bayer und BASF, also zwei andere Hersteller

  • Tut mir leid, ich habe heute mittag zu so früher Stunde schon "wirklich" zu viel Bier getrunken, was "wirklich" selten vorkommt, dass ich "Illusion" und "Wirklichkeit" nicht mehr so recht unterscheiden kann.

    Philosophisch gesehen, scheint die "Wirklichkeit" eh immer mehr abzunehmen und sich in Illusionen zu verlieren. Ich schaue demnächst, wenn ich halbwegs wieder nüchtern bin, mal bei Peter Sloterdijk vorbei.

    Der weiß Bescheid. lol (Auch was das nichtende Nichts Heideggers HB angeht.)

  • Jetzt kann man sich noch nicht einmal mit gutem Gewissen den Kummer mit einem Bier wegsaufen.

    Somit fällt Deutschland im Ranking auf Platz 47.

  • +++

    Journalisten-Geständnis: USA nehmen mit 27.000 PR-Beratern Einfluss auf die Medien

    Es ist schier unglaublich was der Chef der reichweitestarken Nachrichtenagentur „AP“ bei einem Vortrag offenlegt: Er halte es nicht mehr aus, dass die massive Propagandamaschinerie des US-Pentagon Einfluss auf die tägliche Berichterstattung nehme – besonders in Sachen Außenpolitik und Kriegseinsätze. Ein bekannter Chefredakteur, sein Name ist Tom Curley, ist der Kragen geplatzt. Bei einer Vorlesung...

    http://www.neopresse.com/medien/usa-nehmen-mit-27-000-pr-beratern-einfluss-auf-die-mainstreammedien/

    +++

    OPPERMANN IRRT !!!

    ":. SPD und Grüne: Merkel kann auch ohne die CSU
    Der Vorsitzende der SPD-Fraktion im Bundestag, Thomas Oppermann, hat klargestellt, daß die große Koalition aus CDU und die SPD auch ohne die CSU eine stabile Mehrheit im Bund habe. Hintergrund ist die von Bayern angedrohte Verfassungsklage gegen die Grenzpolitik. Den Gang nach Karlsruhe scheut die CSU allerdings weiter. mehr » ..."

    Falsch Herr Oppermann !! Wenn die CSU aus der Fraktion CDU/CSU aussteigt, ist die CDU Fraktion ebenfalls aufgelöst. Weil die CDU keine in Bayern zugelassene Partei ist und deshalb nicht allein eine Fraktion bilden darf.

    Seehofer BEENDEN Sie die Merkel-Kanzlerschaft ! JETZT !! ES DRÄNGT !!

    +++

    Flüchtlingskrise: Merkels Untergang und die Folgen

    16. Februar 2016 // 11 Kommentare

    Es kocht und brennt lichterloh: Die Invasionsflut der Nordafrikaner ist ungebrochen und es wurden weitere Massen angekündigt. Die Regierung rudert hilflos herum, versucht mit spontanen Gesetzespaketen, der Flut irgendwie Herr zu werden. Nicht indem sie die Flut stoppt, Gott bewahre! Nein, sondern wie künftig mit den Invasoren, die dem Volk erst als Flüchtlinge und nun als Migranten verkauft werden, umzugehen sei.

    https://buergerstimme.com/Design2/2016/02/fluechtlingskrise-merkels-untergang-und-die-folgen/

    +++

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