Hausangestellte geschlagen und eingesperrt
US-Millionär wegen Sklaverei verurteilt

Ein US-Millionär muss für mehr als drei Jahre ins Gefängnis, weil er zwei Hausangestellte wie Sklaven behandelt hat. Seine Frau war als Hauptschuldige bereits zuvor zu elf Jahren Haft verurteilt worden.

HB CENTRAL ISLIP/USA. Ein Gericht im US-Staat New York hat einen Millionär zu über drei Jahren Haft verurteilt, weil er zusammen mit seiner Frau zwei indonesische Haushaltshilfen praktisch wie Sklaven behandelt hat. "Mit dem Halten von Sklaven hat Mahender Sabhnani alle Freiheitsrechte verletzt, die wir in Amerika genießen", sagte Staatsanwalt Mark Lesko am Freitag. Der 51-jährige Parfümproduzent habe die sklavenähnliche Behandlung der Frauen toleriert. "Er war der Chef."

Die Hauptschuldige in dem Prozess war seine Frau, die 46-Jährige ebenfalls aus Indonesien stammende Varsha Sabhnani. Sie wurde von Richter Arthur Spatt bereits am Donnerstag zu elf Jahren Haft verurteilt. Sie zwang die Hausangestellten jahrelang mit brutalen Mitteln zur Arbeit. Die beiden Indonesierinnen hatten ausgesagt, dass sie mit Besen und Schirmen geschlagen und mit Messern verletzt wurden. Als Strafe hätten sie auch häufig eiskalt duschen müssen. Eine der Frauen wurde gezwungen, 25 Chili-Schoten zu essen und musste anschließend ihr Erbrochenes essen.

Der Prozess warf ein selten dramatisches Licht auf die Situation aus dem Ausland stammender illegal beschäftigter Hausangestellter in den USA.

Die Verteidiger des indischstämmigen Mahender Sabhnani versuchten, eine Haftstrafe zu vermeiden und forderten Hausarrest - damit hätte ihr Mandant in der luxuriösen Villa in der New Yorker Vorstadt Garden City bleiben können, von der aus er auch seine Geschäfte leitete. Gegen eine Kaution von 4,5 Mill. Dollar wurde er zunächst wieder freigelassen, am 30. Oktober muss er sich jedoch ins Gefängnis begeben. Das Paar hat vier Kinder.

Das Gericht wird zu einem späteren Zeitpunkt über eine mögliche Pfändung der Villa und die Festlegung einer Entschädigung für die entgangenen Arbeitslöhne entscheiden. Die Staatsanwaltschaft forderte 1,1 Mill. Dollar für die beiden Indonesierinnen. Sie wurden nicht für ihre Arbeit bezahlt, nur ihren Verwandten zu Hause wurden monatlich 100 Dollar überwiesen.

Der Fall kam ans Licht, als eine der Hausangestellten nur mit einer Unterhose und einem Handtuch die Flucht ergriffen hatte. Die nur mit den Vornamen Samirah und Nona identifizierten Frauen trafen 2002 und 2005 in den USA ein. Das Millionärsehepaar konfiszierte ihre Pässe und sperrten sie im Haus ein.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%