Hauswein im Markgräflerland
Ein Gutedel vom Augenarzt persönlich

Dem Dr. Gustav Schneider ist schon so manche Ehre widerfahren. Doch auf den jüngsten Erfolg ist er besonders stolz: Ein schlichter und doch liebenswerter Tropfen aus seinem Haus lag beim diesjährigen Gutedel-Cup im Markgräflerland ganz vorne.

Das Weingut, das er seit 1995 leitet, ist so etwas wie der i-Punkt eines reichen Lebenswerkes. Begonnen hat alles mit Grundlagenforschung in Sachen Genetik. Mehr als 20 Jahre lang wirkte er dann als Augenarzt in Freiburg. Danach bekam er Spaß am Kunsthandel. Endlich suchte Schneider in den 90ern per Anzeige einen Rebenhof und wurde in dem Flecken Zunzingen nahe der Kreisstadt Müllheim fündig. Allein war er dabei nicht. Der 64-Jährige, der am liebsten in Jeans und mit Viertage-Bart umhergeht, setzt ein fein ironisches Lächeln auf: "Meine Frau hat ein bissle was geerbt. Das machte die Sache einfacher."

Das Geld ging in die Elisabeth-Schneider-Stiftung, die junge Künstler unterstützt, Maler, Grafiker, neuerdings auch avantgardistische Komponisten. Zum Erbe gehört das Weinschlössel, eine imposante Villa in der Freiburger Innenstadt, die über mehrere Gewölbekeller verfügt. Die Räumlichkeiten eignen sich bestens für Ausstellungen, Konzerte und Weinproben.

Und Wein war schon immer ein Steckenpferd dieses ruhelosen Mannes. Früher kaufte er Winzern frischen Most ab und fertigte daraus in seinem Labor die wunderlichsten Cuvées. Endlich drängte es ihn, das Weinhandwerk professioneller anzugehen. Heute bewirtschaftet Schneider elf Hektar Reben, unterstützt von einem tüchtigen Kellermeister. Er selbst packt mit an, als wäre er sein ganzes Leben Winzer gewesen.

Schneider hat mächtigen Grau- und Spätburgunder im Programm. Seine eigentliche Liebe aber gilt dem Gutedel, dem Hauswein im Markgräflerland. Sein 2002er füllt bei aller Leichtigkeit den Mund mit mineralischen Aromen aus. Zur zarten Citrus-Frische gesellt sich das für diese Traube typische Aroma von Weißbrot.

Dazu schmeckt Saltimbocca einmal anders: Filet vom Tunfisch in zehn Zentimeter lange Blöcke schneiden lassen; jeweils zwei Scheiben Parmaschinken überlappend ausbreiten, mit frischem Basilikum belegen und den Fisch darin einwickeln; die Rollen kurz anbraten und im Ofen warm halten. Aus gehackten Schalotten, Fischfond, Gutedel und Sahne eine Sauce rühren. Mit pochiertem jungen Spinat servieren.

Pit Falkenstein ist seit über 30 Jahren Weinautor beim Handelsblatt.

Gutedel

Wein: 2002er Zunzinger Gutedel

Rebsorte: Gutedel

Anbaugebiet: Markgräflerland

Analyse: 11,5° Alkohol, 5,1 g Säure, 1,8 g Restzucker (pro Liter)

Mindestens haltbar bis: Sommer 2004

Preis: 4 Euro

Adresse: Weingut Dr. Schneider Rosenbergstr. 10, 79379 Zunzingen Tel. 07631/2915 Fax -15399,

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