Havariertes Kreuzfahrtschiff
Weitere Leichen auf der Costa Concordia entdeckt

An Bord des havarierten Kreuzfahrtschiffs Costa Concordia sind weitere Leichen entdeckt worden. Unterdessen scheint die Gefahr einer Umweltkatastrophe durch auslaufendes Schweröl gebannt zu sein.
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RomKnapp zehn Wochen nach der Havarie der „Costa Concordia“ vor der Küste Italiens sind fünf weitere Leichen im Wrack des Kreuzfahrtschiffes geortet worden. Das teilte der Chef des Bergungsteams, Franco Gabrielli, mit. Die Leichen seien in dem unter Wasser liegenden Teil des Schiffes entdeckt worden.

Die „Costa Concordia“ war am 13. Januar mit mehr als 4200 Menschen an Bord vor der toskanischen Ferieninsel Giglio im Mittelmeer havariert. Bislang wurden 25 Tote geborgen, zwei Menschen gelten noch als vermisst.

Schon vor dem Fund der fünf Leichen warteten noch acht in den vergangenen Wochen gefundene Tote auf ihre Identifizierung. Nach Wochen im Wasser sind die Leichen stark verwest. Die Behörden versuchen, die Identität mit DNS-Abgleichen zu klären.

Unterdessen scheint die Gefahr einer großen Umweltkatastrophe durch auslaufendes Schweröl der „Costa Concordia“ gebannt. Noch am Donnerstag sollte der letzte Treibstoff aus dem am 13. Januar havarierten Kreuzfahrtschiff abgepumpt sein, am Freitag würden die Arbeiten endgültig beendet, sagte der Bürgermeister der betroffenen Insel, Sergio Ortelli. „Damit schließt ein Kapitel“, so Ortelli.

In den Tanks waren nach früheren Angaben etwa 2380 Kubikmeter Treibstoff, überwiegend gefährliches Schweröl. Mit dem Abpumpen war eine niederländische Spezialfirma wochenlang beschäftigt. Messungen hätten gezeigt, dass das Wasser rund um das Wrack kristallklar und sauber geblieben sei, erklärte der Bürgermeister.

Seine größte Sorge ist jetzt die Bergung des 290 Meter langen Schiffes, die zehn bis zwölf Monate dauern dürfte. Offen ist, ob das teilweise vollgelaufene Schiff nach dem Aufrichten zerteilt werden muss oder aber an einem Stück abtransportiert werden kann. Die Reederei Costa Crociere will demnächst bekanntgeben, welche Firma das Schiff beseitigen soll.

Gegen den Kapitän Francesco Schettino (52) wird seit dem Unfall unter anderem wegen mehrfacher fahrlässiger Tötung, Havarie und Verlassen des Schiffes während der Evakuierung ermittelt. Schettino steht unter Hausarrest. Das Schiff war auf seiner nächtlichen Fahrt zu nahe an die Insel herangekommen und hatte dabei einen Felsen gerammt.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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