Heftiges Gewitter in Hessen
Wiesbaden unter Wasser

Sintflutartige Regenfälle haben Teile Wiesbadens unter Wasser gesetzt. Das zweite Sommergewitter innerhalb von zwei Tagen traf vor allem die Landeshauptstadt. Am Flughafen sind erneut Tausende Passagiere gestrandet.
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FrankfurtSommergewitter mit Starkregen haben in Hessen am zweiten Tag in Folge gewütet. Die Landeshauptstadt traf es am Freitag besonders hart. „Wiesbaden stand sozusagen komplett unter Wasser“, sagte ein Polizeisprecher am Samstag. Zwei Geschosse eines Parkhauses am Kurhaus waren noch am Morgen überflutet, 40 bis 50 Autos schwammen im Wasser und mussten geborgen werden.

Am Frankfurter Flughafen wurden rund 135 Starts und Landungen annulliert, wie Airport Duty Manager Johannes Martin Kähn sagte. 14 Maschinen durften mit Ausnahmegenehmigung noch nach Beginn des Nachtflugsverbots um 23.00 Uhr starten. Trotzdem strandeten 4500 Passagiere am Flughafen, von denen rund 4000 in Hotels untergebracht wurden. Viele Maschinen waren am Samstag verspätet. „Bis sich der Stau abgebaut hat, dauert es vermutlich noch den ganzen Tag.“

Wegen überspülter Gleise und Blitzeinschlägen kam es bei den S-Bahnen im Rhein-Main-Gebiet zu Verspätungen.

„Das war sicher eines der schlimmsten Unwetter der letzten Jahre“, sagte ein Feuerwehrsprecher in Wiesbaden. Die Helfer waren bis tief in die Nacht im Dauereinsatz. „Wir mussten zu mehr als 350 Einsätzen ausrücken“, sagte ein Feuerwehrsprecher.

Innerhalb einer Stunde fielen in Wiesbaden 48 Liter Niederschlag pro Quadratmeter, berichtete Meteorologe Lars Kirchhübel vom Deutschen Wetterdienst in Offenbach. Zum Vergleich: Der Durchschnittswert für den gesamten Juli liegt bei 69 Litern. „So viel Niederschlag in einer Stunde hat natürlich die gesamte Kanalisation zum Überlaufen gebracht.“

In manchen Straßen stand das Wasser einen Meter hoch, Keller liefen voll und Häuser mussten evakuiert werden. Verletzt wurde niemand. „Es gab hohe Sachschäden, beziffern lässt sich das aber noch nicht genau“, sagte ein Polizeisprecher. Alle verfügbaren Einsatzkräfte waren unterwegs, auch Gemeinden aus der Region schickten Helfer.

Das Rheingau Musik Festival musste ein Konzert von Bobby McFerrin absagen, weil das Kurhaus als Veranstaltungsort evakuiert wurde.

„Es ist wirklich schrecklich“, postete der Wiesbadener Oberbürgermeister Sven Gerich (SPD) auf der Online-Plattform Facebook. Er meinte, dass es so etwas in der Form noch nicht gegeben habe: „Über 500 Einsatzkräfte, teilweise von außerhalb, sind beschäftigt.“

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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