Heimliche Gäste im Bett
Wanzen erobern New York zurück

Ein ungebetener Gast feiert sein Comeback in New York: Die Bettwanze ist zurück und fühlt sich in Hotelbetten ebenso wohl wie in Krankenhäusern, Arztpraxen und einigen der teuersten Appartementhäusern von Manhattan.

HB NEW YORK. Dabei galt das Blut saugende Ungeziefer eigentlich als geschlagen, schrieb die „New York Times“ am Sonntag. Das inzwischen verpönte Insektizid DDT hatte der Wanze in den USA bald nach dem Zweiten Weltkrieg den Garaus gemacht.

Jetzt aber ist sie wieder ganz groß im Kommen. Waren dem Gesundheitsdezernat 2002 gerade zwei Wanzen-Attacken gemeldet worden, stieg die Zahl der Vorfälle im Jahr darauf bereits auf 16. Im Jahr 2004 war in der „heimlichen Hauptstadt der Welt“ offiziell bereits von 377 Wanzenfunden die Rede. In diesem Jahr lag die Zahl allein in den vergangenen vier Monaten schon bei 449.

„Wir haben es mit einer (Wanzen-) Epidemie zu tun“, sagt der Kammerjäger Jeffrey Eisenberg, Besitzer der Firma Pest Away Exterminating an Manhattans wohlsituierter Upper West Side. „Die Leute werden von dem Ungeziefer gequält - ebenso wie ich von ihren hysterischen Anrufen.“ Eisenberg wird eigenen Angaben zufolge pro Woche von rund 125 aufgebrachten Nachbarn zu Rate gezogen.

Der Einsatz eines Kammerjägers kostete die Besitzer von Eigentumswohnungen eines Wohnhauses am Riverside Drive kürzlich 200 000 Dollar (171 000 Euro). Ein von oben bis unten zerstochener Gast des renommierten Helmsley Park Lane verklagte das Hotel auf Schadenersatz. Der Fall wurde im letzten Jahr diskret gelöst, ohne dass Einzelheiten über die Entschädigung ans Tageslicht kamen.

Schuld an der Plage geben die Experten den Einwanderern aus Entwicklungsländern sowie Billigtouristen und dem umweltfreundlichen Verbot harter Pestizide. Die Zeitung vermutet, dass auch andere Faktoren Einfluss haben könnten, wie etwa aufgearbeitete Matratzen oder auch neuerdings beliebte alte Sofas vom Flohmarkt.

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