Helferin getötet
Flüchtling muss in Schweden in die Psychiatrie

Der Fall hatte in Schweden für Aufsehen gesorgt: Im Januar erstach ein jugendlicher Flüchtling in einem Asylbewerberheim eine Helferin. Jetzt fällte das Gericht in Göteborg ein Urteil.

StockholmEin jugendlicher Flüchtling ist wegen der Tötung einer Helferin in Schweden in die Psychiatrie eingewiesen worden. Der Jugendliche war des Mordes angeklagt, doch fand ihn das Gericht in Göteborg am Montag nur der fahrlässigen Tötung schuldig. Eine vom Gericht angeordnete psychiatrische Untersuchung war zu dem Schluss gekommen, dass der äthiopische Asylbewerber geistig labil war und daher womöglich nicht realisierte, dass der Messerstich tödlich sein könnte.

Der Äthiopier hatte die 22-jährige Alexandra Mezher mit einem Messer in den Schenkel gestochen, als sie am 25. Januar in einem Asylbewerberheim eine Schlägerei zwischen Flüchtlingen zu schlichten versuchte. Sie verblutete. Ein anderer Mensch wurde ebenfalls durch Messerstiche verletzt. Der Äthiopier gab an, sich an die Tat nicht erinnern zu können. Sein Alter konnte nicht endgültig geklärt werden, doch kam das Gericht zu dem Schluss, dass er anders als selbst behauptet älter als 18 Jahre ist.

Das Gericht ordnete an, dass der Jugendliche nach einer psychiatrischen Behandlung abgeschoben wird und nicht vor 2026 nach Schweden zurückkehren darf. Ein Anwalt der Familie von Mezher zeigte sich enttäuscht von dem Urteil. Hans Gaestadius sagte der schwedischen Nachrichtenagentur TT, die Familie habe auf eine Verurteilung wegen Mordes gehofft und wolle Berufung gegen das Urteil einlegen.

Der Fall hatte in Schweden landesweit für Schlagzeilen gesorgt und die Debatte um die Flüchtlingspolitik weiter angeheizt. In den oft überbelegten Unterkünften kam es vermehrt zu gewaltsamen Konflikten zwischen Bewohnern. Schweden hat vergangenes Jahr neben Deutschland unter den EU-Staaten die meisten Flüchtlinge aufgenommen. In der Folge verschärfte die Regierung in Stockholm die Asylbestimmungen deutlich, so dass heute deutlich weniger Asylbewerber kommen.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur
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