Herztod bei Spaziergang
Chauffeur kämpfte um Udo Jürgens' Leben

Udo Jürgens letzte Stunden verliefen dramatisch, sein Chauffeur versuchte noch, den Entertainer mit einem Defibrillator wiederzubeleben – vergeblich. Im Fernsehen wird er aber noch mal zu sehen sein, in einem Duett.
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BerlinEin paar Blumen trauriger Fans liegen als Abschiedsgruß vor dem schmucken Haus in Gottlieben, in dem Udo Jürgens zuletzt gewohnt hat. Von hier brach der Entertainer am Sonntag zu einem Spaziergang auf. Mit dabei war sein Assistent und Chauffeur Billy Todzo. Als der 80-jährige Jürgens am Seeufer das Bewusstsein verlor, handelte Todzo blitzschnell und rannte zum Standort des Defibrillators am Gemeindehaus.

„Die meisten Gemeinden in der Schweiz haben ein solches Gerät“, sagt die Bürgermeisterin des Ortes, Rosmarie Obergfell. Mit den Schockwellen des Defibrillators wollte Todzo den Herztod seines Freundes und Chefs verhindern – vergeblich.

Am Tag nach dem Tod des Ausnahme-Entertainers verabschieden sich Fans und Prominente mit einem „Merci“ voller Wehmut. „Seine Lieder haben uns 50 Jahre lang begleitet. Er ist ein Teil der Geschichte unseres Landes“, sagte Schlagersänger Roland Kaiser am Montag. Aus Sicht von Bundespräsident Joachim Gauck haben die Melodien „manchmal auch getröstet und nachdenklich gemacht.“ Die Trauer über den plötzlichen Tod des 80-Jährigen geht über Deutschland, die Schweiz und Österreich hinaus. Auch in den Niederlanden wurden Sondersendungen ins Programm gehievt.

Der letzte TV-Auftritt von Udo Jürgens ist am Ersten Weihnachtstag im ZDF zu sehen: Im Duett mit Gastgeberin Helene Fischer wird der Sänger und Liedermacher in der „Helene Fischer Show“ (20.15 Uhr) seinen Titel „Was wichtig ist“ bringen und als Solo „Mein Ziel“, wie das ZDF am Montag mitteilte.

Die Sendung wurde bereits am 11. und 12. Dezember im Berliner Velodrom aufgezeichnet. Das TV-Publikum werde darüber auch mit einem entsprechenden Aufzeichnungshinweis informiert, ergänzte ein Sendersprecher. Udo Jürgens war am Sonntag im Alter von 80 Jahren in der Schweiz gestorben.

„Das ZDF verneigt sich vor einem der größten Entertainer unserer Zeit“, sagte ZDF-Intendant Thomas Bellut laut Mitteilung. „Udo Jürgens hat vielen Menschen über viele Jahre großartige Musik, allerbeste Unterhaltung, aber auch nachdenkliche Texte geboten. Wir vermissen ihn schon jetzt.“

An diesem Montag wiederholt das ZDF um 20.15 Uhr die Geburtstagsgala „Udo Jürgens - Mitten im Leben“, die am 18. Oktober im ZDF zu sehen war. Um 1.05 Uhr zeigt das ZDF noch einmal die Talkshow „Markus Lanz“ vom 26. September mit Jürgens als Gast.

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Medien verneigen sich vor dem „größten Entertainer Europas

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  • Sorry Cal Andersen, aber Udo Jürgens war Österreicher. Der Kommentar ist wohl etwas daneben.

  • Udo Jürgens wollte im nächsten Jahr sein neues Haus beziehen. Das erinnert mich an das Gleichnis vom reichen Kornbauern im Neuen Testament (Lukas 12,16-21).

  • Ein weiterer Prominenter, der von inkompetenten Steuerbehörden in die Schweiz vertrieben wurde - mitsamt seinem Können, Kreativität und dem schließlich großen Vermögen.

    Die Schweizer freuen sich wegen all dem sehr - und schütteln den Kopf über den zum Himmel schreienden behördlichen Unverstand in den Nachbarländern, vornehmlich Deutschland.

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