Himalaya
Rettungsaktion auf 7 000 Meter Höhe

Auf rund 7 000 Metern Höhe sitzen zwei Tiroler Bergsteiger am Nanga Parbat im Himalaya fest. Ein Rettungsteam will die beiden bergen - ein riskantes Unternehmen. Schon drei Versuche scheiterten.

HB ISLAMABAD. Die beiden am Nanga Parbat festsitzenden italienischen Bergsteiger müssen eine weitere Nacht in Ungewissheit im Himalaya verbringen. Nach zwei Hubschrauberflügen wurde die Rettungsoperation am Samstagabend erfolglos abgebrochen. Für Sonntag seien mindestens zwei weitere Flüge geplant, hieß es aus der pakistanischen Armee. Zuvor war es gelungen, Hilfsmittel in der Nähe der Bergsteiger Simon Kehrer und Walter Nones abzuwerfen. Nach einem ersten gescheiterten Versuch seien Lebensmittel und ein Satellitentelefon in der Nähe der beiden Bergsteiger abgeworfen worden, sagte der Sprecher der italienischen Botschaft in Pakistan, Sergio Oddo. Es sei aber nicht gelungen, Kontakt zu den Männern aufzunehmen.

Agostino Da Polenza, der die Rettungsaktion von Italien aus koordiniert, sagte nach Angaben der Nachrichtenagentur Ansa: „Da im Moment das Satellitentelefon, das wir aus dem Hubschrauber abgeworfen haben, nicht funktioniert, werden wir versuchen, noch einmal Blickkontakt herzustellen.“ Schlechtes Wetter verhinderte am Samstag aber einen geplanten dritten Hubschrauberflug.

Die Südtiroler Simon Kehrer und Walter Nones sitzen seit Tagen im Himalaya fest. Der dritte Bergsteiger der Gruppe, Karl Unterkircher, war am Mittwoch auf dem Weg zum neunthöchsten Gipfel der Erde in eine Gletscherspalte gestürzt. Der 37-Jährige ist wahrscheinlich tot.

Schon zweimal ist in dem Hochgebirge in Pakistan ein Versuch unternommen worden, die beiden Bergsteiger zu retten. Ein Hubschrauber hatte die Männer überflogen. Sie seien am Leben und hätten der Helikopter-Besatzung zugewinkt, sagte Rashid Ahmad, ein Sprecher des Tourveranstalters, der die Expedition mitorganisiert hatte. Der Hubschrauber habe jedoch nicht landen können. Auch sei es unmöglich gewesen, die beiden Männer an Bord zu hieven. Simon Kehrer und Walter Nones waren bei der Besteigung des Nanga Parbat von schlechtem Wetter überrascht worden. Regen hatte Geröll auf ihren Pfad geschwemmt und so den Rückweg zum Basis-Camp blockiert.

Am Freitag war der erste Bergungsversuch mit Hubschraubern wegen schlechten Wetters im pakistanischen Himalaya-Gebiet abgebrochen worden. Für den dritten Bergsteiger der Gruppe bestehe keine Hoffnung mehr.

Der 8 125 Meter hohe Nanga Parbat gilt als besonders schwer zu bezwingender Berg. Schon im Jahr 1970 war dort Günther Messner, der Bruder Reinhold Messners, tödlich verunglückt. Die Gruppe aus Südtirol wollte eine neue Route auf den Gipfel erkunden.

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