Hintergrund: Das weiße Pulver und die Society
Stars und Sternchen im Drogenrausch

Schon viele Prominente - wie jetzt der TV-Moderator und bisherige Vizepräsident des Zentralrates der Juden in Deutschland, Michel Friedman - sind über die Party-Droge Kokain gestolpert.

HB/dpa HAMBURG. Kokain ist wegen seiner inspirierenden Kurzzeit-Wirkung besonders bei Künstlern beliebt. Doch Ärzte warnen: Einem Stimmungshoch folge meist ein Tief, in dem man sich angespannt, müde und missmutig fühle. Längerer Drogenkonsum führe zu Depressionen und Wahnvorstellungen. Mit seiner Drogenaffäre löste Christoph Daum im Oktober 2000 einen der größten Skandale im deutschen Fußball aus. Der designierte Bundestrainer wurde nach einer von ihm selbst veranlassten Haarprobe des Kokainmissbrauchs überführt. Er verlor danach seinen Trainerposten bei Bayer Leverkusen und seinen Vertrag mit dem Deutschen Fußball-Bund (DFB).

Im Oktober 2002 startete der Trainer seine Karriere bei Austria Wien neu, nachdem er zuvor in seinem Kokainprozess freigesprochen worden war. In einem Anklagepunkt wurde das Verfahren allerdings gegen Zahlung einer Geldauflage von 10 000 Euro eingestellt. Ein Comeback schaffte auch Wecker, der im Herbst 1996 wegen Kokainkonsums zunächst zu zweieinhalb Jahren Haft ohne Bewährung verurteilt worden war. In einer Neuauflage seines Drogenprozesses milderte das Landgericht München 2000 das Urteil zu einer Strafe von 20 Monaten auf Bewährung sowie einer Geldbuße von 100 000 Mark ab. Bei einem Prozess gegen einen Drogendealer gab der Modeschöpfer Wolfgang Joop 1993 zu, Kokain konsumiert zu haben. „Ja, ich habe gekokst, aber nur einmal“, gestand der Designer.

Der Münchner Starkoch Eckart Witzigmann wurde im selben Jahr wegen Kokainkaufs verurteilt. Durch eine schwere Lebenskrise sei er in die Drogenszene hineingerutscht, hieß es damals. „Inzwischen hat er die Umkehr geschafft und den richtigen Weg gefunden“, sagte sein Anwalt später. Mit einer für einen deutschen Politiker ungewöhnlichen Aktion wiederum machte der Hamburger Innensenator Ronald Schill auf sich aufmerksam. Nach anonymen Kokainvorwürfen unterzog er sich Anfang 2002 einer freiwilligen Haarprobe, die ihn entlastete.

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