Hintergrund
Die Giftfracht des chinesischen Flusses Songhua

Der chinesische Fluss Songhua schwemmt eine Giftfracht mit sich, die inzwischen die Millionen-Stadt Harbin erreicht hat. Der Songhua dient den Städten und Gemeinden an seinem Ufer als Trinkwasserreservoir. Unter den gefährlichsten Stoffen in dem Flusswasser ist das Krebs erregende Benzol.
  • Benzol

    ist eine klare, farblose, flüchtige Flüssigkeit mit einem charakteristischen, süßlich aromatischem Geruch. Sie wird aus Erdöl gewonnen und ist in Wasser nur schlecht löslich.

  • Das Einatmen sehr hoch konzentrierter Benzoldämpfe ist lebensgefährlich, eine hohe Konzentration macht benommen, verursacht Schwindel, erhöht den Herzschlag, löst Kopfschmerzen aus, Zittern, Verwirrtheit und Bewusstlosigkeit. Ein hoher Benzolanteil in Lebensmitteln oder Getränken kann Brechreiz, Benommenheit, Müdigkeit, Krämpfe und Herzklopfen zur Folge haben. Dauerhafte Benzolvergiftungen schädigen Leber, Niere und Knochenmark und können zu Blutkrebs (Leukämie) und anderen Krebserkrankungen führen.

  • Wer Kontakt mit Benzol hat, braucht eine Vollschutzkleidung, inklusive Kopfschutz, Schutzbrille und Handschuhen. Als Erste-Hilfe-Maßnahme müssen die Augen aus- und die Haut abgespült werden. Benzol ist Ausgangsstoff zur Herstellung vieler Chemikalien und unter anderem in Ottokraftstoff enthalten. Auch Farben, Färbemittel, Verpackungsmaterialien, Klebstoffe und CDs werden mit Hilfe von Benzol hergestellt. Benzol wird auch als Lösungsmittel eingesetzt, wird hier jedoch wegen seiner Gefährlichkeit zunehmend ersetzt.

  • Neben Benzol sind in den Fluss große Mengen

    Nitrobenzol

    gelangt, das dem Blut die Fähigkeit nimmt, Sauerstoff aufzunehmen. Außerdem schädigt der süßlich nach Bittermandelöl riechende Stoff das Zentrale Nervensystem, es kommt zu Erbrechen, Kopfschmerzen, Krämpfen und Bewusstlosigkeit. Schwere Nitrobenzol-Vergiftungen können bereits nach einigen Stunden tödlich enden.

  • Der aus Benzol hergestellte Stoff ist ein wichtiges Zwischenprodukt für die Produktion von Anilin, das seinerseits eine wichtige Schlüsselsubstanz der chemischen Industrie ist. Früher wurde Nitrobenzol auch zur Parfümierung von Seife gebraucht. Die Verwendung in Kosmetika ist heute verboten.
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