Hintergrund: Malis Norden
Nichts als Sanddünen und Salzminen

Die 14 in der Sahara entführten europäischen Geiseln sollen Medienberichten zufolge Mitte Juli in eine Dünengegend nahe der Wüstensiedlung Taoudenni im Norden Malis geschleppt worden sein.

HB/dpa HAMBURG. Die fast menschenleere und karge Region im Grenzgebiet zu den afrikanischen Nachbarstaaten Algerien und Mauretanien gilt als schwer zugänglich und lebensfeindlich. Sie wird vorwiegend vom Nomadenvolk der Tuareg bewohnt, die aber von anhaltenden Dürren zunehmend in den Süden getrieben wurden.

Anfang der 90er begannen die Tuareg gegen die malische Regierung im Süden zu rebellieren. Trotz eines Endes der Kämpfe 1995 gilt die unwirtliche Gegend auch für den malischen Staat weiter als Niemandsland. Sie ist damit ein ideales Rückzugsgebiet für die Entführer.

Das weit über 1000 Kilometer nördlich der Hauptstadt Bamako in einer steinigen Ebene gelegene Taoudenni ist wegen seiner Salzminen bekannt. Traurige Berühmtheit erhielt der Ort aber auch zu Zeiten des früheren autoritären Herrschers Moussa Traoré (1968-1991), der seine politischen Gegner zur Zwangsarbeit in die Salzminen schickte. Schon im Mittelalter war Taoudenni wichtige Station auf der Handelsroute zum Mittelmeer, die Schwarzafrika mit der arabischen Welt verband. Auch heute noch ziehen Händler in Karawanen nach Taoudenni.

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