Hintergrund
Stichwort: Amyotrophe Lateralsklerose

An Amyotropher Lateralsklerose (ALS), an deren Folgen der Düsseldorfer Künstler Jörg Immendorff am Montag gestorben ist, leiden weltweit rund 150 000 Menschen.

HB FRANKFURT/M. In Deutschland sind schätzungsweise 6 000 bis 8 000 Patienten von der unheilbaren und noch immer rätselhaften Erkrankung des Nervensystems betroffen, die auch „Lou-Gehrig-Syndrom“ genannt wird.

Bei den Patienten werden jene Nervenzellen im Rückenmark zerstört, die für die Steuerung der Muskulatur zuständig sind. Die ersten Symptome zeigen sich meist an Händen und Armen: Schwere Gegenstände können nicht mehr hochgehoben oder gehalten werden. Nach und nach greift die Krankheit auf andere Körperbereiche über. Immer mehr der als Motorneuronen bezeichneten Nervenzellen sterben ab, die Muskulatur schrumpft zusehends.

Im späten Stadium zwingt die fortschreitende Lähmung die Patienten in den Rollstuhl, auch Sprechen und Schlucken fallen immer schwerer. Die Nervenzellen des Gehirns bleiben dagegen verschont, die meisten Betroffenen durchleben die unheilbare Krankheit bei vollem Verstand. In der Regel drei bis fünf Jahre nach der Diagnose endet das Leiden mit Tod der Patienten als Folge einer Atemlähmung, einer Lungenentzündung oder auch eines Herzstillstandes. In einigen wenigen Fällen - wie etwa bei dem britischen Physiker Stephen Hawking - leben die Kranken länger als ein Jahrzehnt.

Über die Ursache des nach einem 1941 verstorbenen US-Baseballspieler benannten Lou-Gehrig-Syndroms, das meist zwischen dem 50. und 70. Lebensjahr erstmals auftritt, rätseln die Wissenschaftler bis heute. Virusinfektionen stehen ebenso in Verdacht wie genetische Defekte. Für Aufsehen sorgen immer wieder Berichte über eine auffällige Häufung von ALS-Fällen bei Profifußballern. In Italien starben bereits 14 ehemalige Spieler an der Nervenkrankheit.

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