Hintergrund - Vom Unfall bis heute
Chronologie des „Raserprozesses“

Der Karlsruher „Raserprozess“ hat bundesweit für Aufsehen gesorgt. Das Handelsblatt dokumentiert die wichtigsten Ereignisse vom Unfall bis zum Beginn der Berufungsverhandlung am Dienstag.

14. Juli 03:


Eine 21-jährige Frau verliert auf der Autobahn 5 bei Karlsruhe die Kontrolle über ihren Kleinwagen und kommt von der Fahrbahn ab. Offenbar hat sie zuvor im Rückspiegel einen Drängler gesehen, der sich mit hohem Tempo nähert. Der Kleinwagen zerschellt an zwei Bäumen. Die Frau und ihre zweijährige Tochter sterben. Der mutmaßliche Unfallverursacher rast davon.

15. Juli 03:


Die Polizei sucht nach einem schwarzen Mercedes der S- oder E-Klasse mit Böblinger Kennzeichen. Innerhalb eines Tages gehen mehr als 200 Hinweise aus der Bevölkerung ein.

17. Juli 03:


Die Polizei warnt vor einer übertriebenen öffentlichen Hetzjagd nach dem Raser und lobt das kooperative Verhalten des Autokonzerns DaimlerChrysler.

24. Juli 03:


Erstmals wird bekannt, dass zwei „Testfahrer“ von Daimler-Chrysler im Visier der Ermittler sind. Staatsanwaltschaft und Polizei betonen, es gebe einen größeren Kreis der Verdächtigen.

01. August 03:


Die Suche nach dem Raser dauert länger als erwartet. Die Ermittlungsgruppe wird vorübergehend auf bis zu 42 Polizisten aufgestockt. Mehr als 900 Hinweise aus der Bevölkerung sind eingegangen.

20. August 03:


Die Polizei hat die Suche abgeschlossen. Mehr als 700 Fahrzeuge wurden überprüft. Die Staatsanwaltschaft will noch ausstehende Gutachten abwarten, bevor sie Anklage erhebt.

25. August 03:

Ein Daimler-Chrysler-Sprecher bestätigt, dass der Tatverdächtige ein 34-jähriger Mitarbeiter des Konzerns ist. Ihm sei der Führerschein entzogen worden. Der Ingenieur bestreitet eine Verwicklung in den Fall.

28. August 03:


Das Gutachten eines Sachverständigen stützt nach Angaben der Staatsanwaltschaft den dringenden Tatverdacht gegen den Fahrer. Dieser habe sich mit Tempo 220 von hinten dem Kleinwagen genähert. Dies sei „ursächlich für die tödlich verlaufenden Fahrmanöver der 21-Jährigen“ gewesen.

2. September 03:


Nach einem Gutachten des Landeskriminalamts haben sich beide Fahrzeuge nicht berührt.

27. Oktober 03:


Die Staatsanwaltschaft erhebt Anklage wegen fahrlässiger Tötung, fahrlässiger Gefährdung des Straßenverkehrs und Unfallflucht.

9. Februar 04:


Vor dem Amtsgericht Karlsruhe beginnt der Prozess.

16. Februar 04:


Die Staatsanwaltschaft fordert eine Haftstrafe von einem Jahr und neun Monaten ohne Bewährung. Den Vorwurf der Unfallflucht lässt sie fallen. Die Verteidigung plädiert auf Freispruch.

18. Februar 04:


Das Amtsgericht verurteilt den 34-Jährigen zu einem Jahr und sechs Monaten Haft ohne Bewährung. Die Verteidigung kündigt Rechtsmittel gegen das Urteil an.

6. Juli 04:


Vor dem Landgericht Karlsruhe beginnt die Berufungsverhandlung.

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