Hinweise auf Brandstiftung
Über 600 Touristen entkommen Hotelbrand in Kenia

Bei einem Großfeuer in vier Hotels nahe der kenianischen Stadt Mombasa sind mehr als 600 Touristen, darunter viele Deutsche, mit dem Schrecken davon gekommen. In Kenia stationierte Bundeswehrsoldaten hatten den Brand entdeckt und halfen bei der Evakuierung. „Es wurde niemand verletzt“, sagte Einsatzleiter Marc Höner am Dienstag in der Küstenstadt.

HB/dpa NAIROBI/BERLIN. Unter den Gästen des Shanzu Holiday Resorts waren nach Angaben des Reiseveranstalters etwa 300 Deutsche und 100 Österreicher. Die kenianische Polizei gab die Zahl der Betroffenen insgesamt mit mehr als 600 an. Die Ursache des Feuers war zunächst nicht bekannt. Einen Terroranschlag schloss die Polizei aus. Nach lokalen Medienberichten gab es jedoch Hinweise auf Brandstiftung.

Der Schaden scheint geringer als zunächst befürchtet. „Die Zimmer sind zum Teil unversehrt“, sagte Roland Krautgartner, Verkaufsleiter des Schweizer Unternehmens African Safari Clubs. Die Hotelgäste wurden auf benachbarte Häuser verteilt. Sie können ihren Urlaub dort fortsetzen oder nach Hause fliegen. „Viele wollen bleiben, einige gehen noch auf Safari“, sagte Krautgartner.

Die Deutsche Botschaft in Nairobi entsandte drei Mitarbeiter nach Mombasa. „Sie haben Ersatzpapiere dabei, um allen einen reibungslosen Rückflug zu garantieren“, sagte ein Diplomat der deutschen Botschaft in Nairobi. Bislang sei nur ein Fall bekannt, in dem ein Paar alle seine Sachen im Feuer verloren habe. Die Lage sei jedoch noch nicht übersichtlich.

Feuer breitete sich schnell aus

Der Brand war am Montagabend gegen 19.00 Uhr ausgebrochen, als viele Gäste auf dem Weg zum Abendessen waren. Das Feuer griff von einem Hotel auf drei weitere über. „Kurz danach gab es einen Kurzschluss“, berichtete Peter Stark, ein Lehrer aus Lörrach in Baden-Württemberg. Um diese Zeit ist es in Mombasa schon dunkel. Die zwei- und dreigeschossigen Häuser waren mit Stroh gedeckt, so dass sich das Feuer schnell ausbreiten konnte.

Die Flammen loderten mehrere Stunden lang hoch in den Himmel. „Einige Leute wurden hysterisch, aber zum Glück ging der Wind nicht in unsere Richtung“, berichtete Stark. Ein Großteil der deutschen Gäste sei aus dem süddeutschen Raum. Viele von ihnen hätten preisgünstige Lastminute-Angebote genutzt.

Mitte vergangener Woche habe es in einem der Hotels bereits einen kleineren Brand gegeben, berichtete der Berliner Daniel Meisen, der gerade aus Mombasa zurück gekommen war. Die hoteleigene Feuerwehr habe nach dem Brand eines strohgedeckten Sonnenschirms Streichhölzer gefunden und deswegen Brandstiftung vermutet, sagte er.

Bundeswehrsoldaten entdeckten das Feuer

Die 40 Bundeswehrsoldaten, die bei der Evakuierung halfen, gehören zum Verband der rund 130 Marineflieger. Sie sind im Rahmen der Terrorbekämpfung „Enduring Freedom“ in Mombasa stationiert. Sie stellten acht Kleinbusse zur Verfügung und überprüften Gästelisten, um sicherzustellen, dass niemand mehr in den Flammen ist. „Die Evakuierung verlief einigermaßen geordnet“, sagte Höner.

Die Soldaten hatten das Feuer von ihrer etwa sechs Kilometer entfernten Unterkunft aus entdeckt. „Als unsere Leute ankamen, hat es schon heftig gebrannt“, sagte Höner. „Da dort viele deutschsprachige Touristen waren, konnten wir beruhigend auf sie einwirken.“ Die Zusammenarbeit mit den kenianischen Behörden sei sehr gut gewesen.

Ende des Monats soll der Stützpunkt in Mombasa aufgelöst werden, um Ressourcen zu sparen. Eines der drei Seefernaufklärungsflugzeuge vom Typ „Breguet Atlantic“ soll dann nach Dschibuti verlegt werden, wo auch deutsche Seestreitkräfte stationiert sind.

Hinweise auf mögliche Terrorakte

Der African Safari Club ist ein Schweizer Unternehmen, das sich auf Afrikareisen spezialisiert und in Kenia zehn eigene Hotels hat. Die vier betroffenen Häuser hatten etwa 1200 Betten. Die Küste bei Mombasa ist wegen ihrer weißen Sandstrände ein beliebtes Touristenziel. Seit einem anti-israelischen Doppel-Anschlag auf ein Hotel und auf ein Flugzeug im vergangenen November läuft das Tourismusgeschäft sehr schlecht.

Mitte Mai hatten die USA und Großbritannien nach Hinweisen auf mögliche Terrorakte Reisewarnungen für mehrere ostafrikanische Länder ausgesprochen. British Airways und die israelische Fluggesellschaft El Al stellten zeitweise ihre Flüge nach Kenia ein.

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