Historische Fernsehansprache: Japans Kaiser will das Volk beruhigen

Historische Fernsehansprache
Japans Kaiser will das Volk beruhigen

Er tritt sonst nie in der Öffentlichkeit auf - jetzt wendet der japanische Monarch sich an seine Untertanen. Der Auftritt unterstreicht, wie dramatisch die Lage in Japan ist.
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KyotoDer japanische Kaiser hat die Bevölkerung in einer Ansprache zu Besonnenheit aufgefordert. "Ich danke auch der Armee, der Polizei, der Feuerwehr und anderen Einsatzkräften, die im Katastrophengebiet ihr Bestes geben", sagt der Heisei-Kaiser am frühen Mittwochnachmittag auf allen Sendern.

Der Tennô spricht sonst nie in der Öffentlichkeit. Eine der seltenen Gelegenheiten war die Niederlage des Landes vor den Amerikanern im Jahr 1945, als der Kaiser im Radio die Kapitulationserklärung vorgelesen hat. Offenbar folgt er der Einschätzung von Premier Naoto Kan, der die derzeitige Krise die "schlimmste Katastrophe seit dem Zweiten Weltkrieg" genannt hat.

Die Bevölkerung von Tokio bleibt unterdessen weiterhin ruhig. "Wir sind zwar besorgt, aber die Regierung sagt, dass uns die Strahlen nicht erreichen können", sagt etwa Isamu, ein 23-jähriger Angestellter. Die Stromausfälle seien störend, aber er denke nicht daran, die Stadt zu verlassen.

Viele Tokioter bleiben aus Sorge um ihren Arbeitsplatz in der Megametropole. Die Unternehmen geben ihren Angestellten nicht frei, um den Startschuss für einen Exodus und eine Massenpanik zu vermeiden. Sich einfach abzusetzen, würde also schlicht einem unentschuldigten Fernbleiben gleichkommen - ein Kündigungsgrund.

Das japanische Fernsehen betont weiterhin in verblüffenden Maße beruhigende Informationen und weist beispielsweise auf die immer noch niedrigen Strahlenwerte in Tokio hin. Die japanischen Tageszeitungen zeigen sich dagegen in ihren gedruckten Ausgaben am Mittwoch erstmals sichtlich nervös.

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