Hoch „Achim“
Afrikanische Hitze, aber kein Temperaturrekord

Hoch „Achim“ lässt an diesem Wochenende ganz Deutschland schwitzen. Afrikanische Heißluft schraubt die Höchsttemperaturen auf bis zu 38 Grad Celsius. Offenbar bleibt aber wenigstens der Hitzerekord unangetastet.
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Die Hitzewelle in Deutschland rollt auf ihren Höhepunkt zu. Hoch „Achim“ im Osten schaufelt Heißluft aus Afrika ins Land und lässt die Temperaturen am Wochenende auf über 35 Grad steigen. Aber mit einem neuen Rekord rechnen die Meteorologen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in Offenbach nicht. Zwar werde es am Oberrhein im Südwesten am Sonntag bis 38 heiß - „hier und da vielleicht ein bisschen mehr“ -, aber die bisher höchste in Deutschland gemessene Temperatur von 40,2 Grad werde wohl nicht erreicht, sagte DWD-Meteorologe Martin Jonas am Freitag. „Kein Computermodell zeigt 40 Grad an.“

Aber auch ohne Rekord wird es schweißtreibend. Schon am Freitag galt eine Hitzewarnung des DWD für den gesamten Westen Deutschlands. Am Samstag liegen die Höchstwerte an der Küste bis 26 Grad und im Südwesten bei 35 Grad. Am Sonntag, dem voraussichtlich heißesten Tag des Jahres, klettert das Thermometer bis 38 Grad. Sogar an der Küste wird die 30 Grad-Marke geknackt.

Zur Abkühlung empfahl Meteorologe Jonas die griechische Ägäis. Dort blieben die Höchstwerte knapp unter 30 Grad. „Das ist schon ungewöhnlich“, sagte Jonas. Am westlichen Mittelmeer dagegen ist es ähnlich heiß wie in Deutschland.

Am Sonntag werde der Höhepunkt der Hitzewelle erreicht sein. Dann rückt Tief „Xenja“ von Westen näher und bringt zuerst im Norden und Westen erste Wolken. In der Nacht zu Montag und am Montag gibt es dort heftige Gewitter mit Unwetterpotenzial, während sonst noch einmal bis zu 34 Grad erreicht werden. Im Lauf der Woche wird es im Norden deutlich kühler - an der Küste nur noch bis 22 Grad am Donnerstag, im Südwesten keine 30 Grad mehr.

Die Küstenorte wie in Niedersachsen stellen sich auf Hochbetrieb an diesem Wochenende ein. Wer hofft, zum Beispiel auf Norderney spontan Schatten in einem Strandkorb finden zu können, muss sich aber auf eine Enttäuschung einstellen. Bereits am Donnerstag hieß es bei Strandkapitän Heiko Hoffmann auf Norderney: „Alles ausgebucht.“ Und für alle gilt: Abkühlung gibt es in der etwa 20 Grad warmen Nordsee.

In Bayern sollen am Wochenende dagegen wegen hoher Waldbrandgefahr Beobachtungsflugzeuge über den Wäldern kreisen. Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes wird bis Sonntag in fast allen bayerischen Regionen die Waldbrand-Warnstufe drei auf der fünfstufigen Skala erreicht.

Im Zoo Neunkirchen im Saarland sieht Tierpfleger Dirk Backes der Hitze gelassen entgegen. „Die Tiere können immer wählen, ob sie in ihr Haus oder nach draußen wollen“, sagte er. Die meisten Tiere wie Giraffen oder Elefanten würden bei der Hitze Schatten suchen - oder wie die Seehunde ein Bad im Wasserbecken nehmen. Genug Wasser zum Trinken müsse aber da sein: Ein Elefant könne schon mal bis zu 150 Liter am Tag trinken, wenn es heiß sei.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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