Hochwasser in den USA
Dammbrüche am Mississippi

Die Lage in den Hochwassergiebieten im amerikanischen mittleren Westen und am Mississippi spitzt sich weiter zu. Am zweitgrößten Fluss in den USA brach jetzt schon der zweite Schutzdamm. Dutzende weitere Deiche drohen zu bersten.

HB WASHINGTON. Die Lage in den Flutgebieten im Mittleren Westen der USA spitzt sich dramatisch zu: Nach dem Bruch eines Dammes am Mississippi bei Gulfport (US-Staat Illinois) hielt binnen weniger Stunden am Mittwochmorgen amerikanischer Zeit unweit davon ein zweiter dem Wasserdruck nicht mehr stand.

Zwei Dutzend weitere Deiche entlang des Flusses drohten nach Einschätzung von Armeeexperten in den nächsten Tagen zu bersten, berichtete der US-Fernsehsender CNN. "Das ist hier ein sehr kitzlige Situation", sagte ein Korrespondent.

Unterdessen wurde den Angaben zufolge auch tausende Mitglieder der US-Nationalgarde mobilisiert, um die zahllosen Freiwilligen beim Füllen von Sandsäcken zu unterstützen und Wasser abzupumpen. Nach den jüngsten Dammbrüchen wurden Hunderte weitere Hektar Ackerland überspült, Menschen mussten ihre Häuser verlassen.

Die Fluten, die in den vergangenen Tagen weite Teile des Staates Iowa unter Wasser setzten, gingen nach einem Bericht der „New York Times“ zwar inzwischen etwas zurück. Doch drohe neuer Regen den Mississippi weiter anschwellen zu lassen, wodurch Städte und Ortschaften flussabwärts in den Staaten Illinois und Missouri mit Überschwemmungen rechnen müssten, sagte Eddie Brooks vom Ingenieurkorps der US-Armee der Zeitung.

Mindestens 26 Dämme in den drei Staaten könnten brechen, sollten sie nicht mit Millionen von weiteren Sandsäcken stabilisiert und geschützt werden.

Selbst dort, wo das Wasser langsam zurück geht, werde es noch lange dauern, ehe die Menschen ungefährdet in ihre Häuser zurückkehren können, sagte ein Sprecher der Nationalgarde.

Das öffentliche Leben entlang des Stromes stehe praktisch still, sagte die Bürgermeisterin von Iowa City, Regenia Bailey, im Rundfunk. Viele Straßen seien unpassierbar, und einige Eisenbahnverbindungen eingestellt.

Alleine in Iowa sind bei den Unwettern der vergangenen Wochen mindestens 17 Menschen ums Leben gekommen. Ernten im Wert von mehr als einer Milliarde Dollar (650 Mill. Euro) wurden zerstört. Fast 40 000 Menschen mussten vor den Fluten fliehen.

Bislang stellte die Bundesregierung in Washington Hilfen und Ausrüstung im Wert von vier Mill. Dollar zur Verfügung. US-Präsident George W. Bush hatte am Dienstag die rasche Unterstützung der Flutopfer versprochen. Er will die Region am Donnerstag besuchen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%