Hochwasser in Hildesheim
„Wir hoffen, dass alles hält“

Die Zeichen standen auf Entspannung. Doch dann schlägt die Feuerwehr in Hildesheim Alarm: Das Wasser in der niedersächsischen Domstadt steigt wieder. In den anderen Hochwassergebieten geht es dagegen schon ans Aufräumen.
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Hildesheim/GoslarDie Hochwasserlage im niedersächsischen Hildesheim bleibt angespannt, auch in Teilen des Harzes kann noch keine Entwarnung gegeben werden. Es gebe Wassereinbrüche, das Grundwasser steige, und die Kanäle seien randvoll, sagte ein Feuerwehrsprecher am Donnerstag in Hildesheim. Dazu laufe das Wasser an einer Stelle über einen Deich in den Stadtteil Itzum. „Dort war zuvor nichts absehbar, jetzt ist dort Land unter“, sagte der Sprecher. Die Wasserstände seien noch auf hohem Niveau, das Grundwasser drücke von unten nach. Helfer versuchten, Häuser mit Sandsäcken zu schützen.

Die Braunschweiger Feuerwehr warnt derweil trotz steigender Wasserstände vor Panikmache. Eine Sprecherin bezeichnete die Lage in der Hochwasserregion am Donnerstagmittag als „relativ ruhig“. Es rolle keine Flutwelle auf Braunschweig zu, sagte Stadtsprecherin Lisa Bertram. Sie rechne nicht damit, dass Stadtteile überflutet werden. In ausgewiesenen Überschwemmungsgebieten werde es aber Überflutungen geben, teilte die Feuerwehr auf Facebook mit. Die Pegelstände stiegen langsam an, gegen 18 Uhr wurden die Höchststände von Oker, Schunter, Mittelriede sowie Wabe erwartet. Am Morgen hatte ein Feuerwehrsprecher noch erwartet, es würden einige Stadtteile überschwemmt.

Die Anwohner seien informiert, sagte Bertram. Sie sollen laut Feuerwehr die Hauseingänge abdichten oder Gegenstände in Kellerräumen hochstellen. Wer seinen Keller selbst trockenlegen können, solle dies mit Wischlappen und Eimern tun. „Überflutete Straßen sind momentan zu akzeptieren und werden keinen Einsatz der Feuerwehr auslösen“, teilte die Feuerwehr mit.

Und während sich die Lage im Goslar langsam entspannt - der Landkreis hob in der Nacht seinen am Mittwoch ausgerufenen Katastrophenalarm wieder auf -, spitzte sich die Lage in der Harz-Gemeinde Harsleben in Sachsen-Anhalt zu. „Der Ort läuft voll“, sagte der Leiter der Einsatzstelle beim Landkreis Harz, Kai-Uwe Lohse. In dem Ort nahe Halberstadt trat der sonst harmlose Goldbach über die Ufer. „Hier läuft das Wasser zusammen, das die letzten Tage bei uns von den Bergen runtergekommen ist“, sagte Lohse. In tiefer gelegenen Stellen würden Häuser evakuiert.

Von einer seit Dienstag an dem Hochwasser-Fluss Holtemme vermissten Seniorin fehlt weiter jede Spur. Nach der 69-Jährigen aus Wernigerode in Sachsen-Anhalt werde weiter gesucht, hieß es am Donnerstag im Polizeirevier Harz. Die Frau wohnt direkt neben der Holtemme. Die Polizei schließt nicht aus, dass die Frau in den Fluss gefallen ist.

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