Hochwasser in Iowa
Flut macht Mais teurer

Die Überschwemmungen im US-Bundesstaat Iowa haben nicht nur Todesopfer gefordert, sondern auch große Teile der Ackerflächen mit Mais- und Sojaanbau zerstört. Die Mais-Preise stiegen auf ein Rekordhoch. Experten warten mit Sorge auf die neue Ernteschätzung.

HB IOWA. Die heftigen Regenfälle und das Hochwasser im US-Staat Iowa haben bislang nicht nur zwei Menschen das Leben gekostet, sondern auch schwere Schäden beim Maisanbau verursacht. So muss die Ernte auf rund 530 000 Hektar Anbaufläche abgeschrieben werden. Bei Sojabohnen sind es sogar 810 000 Hektar Ackerfläche.

Der erwartete Verlust beträgt etwa zehn Prozent der gesamten Maisernte. In Zeiten weltweit starker Nachfrage reagierte der Agrarhandel bereits nervös:

Der Preis für ein Scheffel Mais (rund 35 Liter) ist an der Leitbörse in Chicago in der vergangenen Woche über die Rekordmarke von sieben Dollar gestiegen, am Freitag bis auf 7,37 Dollar.

Vor einem Jahr lag der Preis noch bei vier Dollar. „Je schlechter die Ernte ausfällt, desto volatiler werden die Preise“, warnt Chad Hart, Landwirtschaftsexperte an der Universität Iowa. Ende Juni, wenn die Fluten zurückgegangen sein sollen, will das US-Landwirtschaftsministerium eine neue Ernteschätzung vorlegen, die von Experten bereits mit Spannung und Sorge erwartet wird.

Iowa ist der größte Maisproduzenten-Staat in den USA. In letzter Zeit waren die Preise für Mais und andere Agrarprodukte weltweit gestiegen, in einigen Ländern kam es deswegen zu Unruhen.

Eine schlechtere Maisernte wird weite Kreise ziehen. „In einigen Fällen verdoppeln sich die Futterpreise für die Schweine- und Rinderzüchter“, sagt der Maisbauer Russell Meade aus Iowa. „Die werden finanziell in die Enge getrieben.“ Die Viehzuchtbetriebe werden deswegen entweder mehr Tiere schlachten, weil deren Fütterung zu teuer geworden ist, oder sie werden den proteinreichen Mais zunehmend durch anderes Getreide ersetzen. Das würde die Nachfrage weiter erhöhen und die Rohstoffpreise steigen lassen. Auch das Fleisch an der Metzgertheke dürfte dadurch teurer werden.

Unterdessen schaute man in der rund 60 000 Einwohner zählenden Stadt Iowa City gebannt und ängstlich auf den Iowa River, der die Stadt praktisch in zwei Hälften geteilt hat und derzeit einen Hochwasserstand mehr als neun Metern erreicht.

Mit der Scheitelwelle wird erst am Montagabend gerechnet. Rund 600 Häuser wurden bereits evakuiert. Besonders betroffen ist die Universität. Dort stehen 16 Gebäude unter Wasser, darunter auch ein vom Stararchitekten Frank O. Gehry entworfenes Gebäude.

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