Hochwasser
Neun Flut-Tote in Schweiz und Österreich

Die Schweizer Behörden konnten anders als die deutschen Ämter noch keine Entwarnung geben, obwohl es in den Hochwasserregionen seit dem Dienstagnachmittag nicht mehr geregnet hat. Die Pegel der meisten Seen in der Zentralschweiz stiegen weiter, wenn auch verlangsamt.

HB BERN/WIEN. Viele Orte in der Schweiz sind auf dem Landweg weiterhin nicht zu erreichen. In Luzern war am Abend die Altstadt überflutet worden, die Stadt richtete sich auf das größte Hochwasser seit hundert Jahren ein.



In der Hauptstadt Bern blieb ein Stadtviertel überflutet. Im gesamten Berner Oberland wurden Brücken weggerissen, Erdrutsche und Wassermassen zerstörten Straßen, Bahnlinien und Häuser. In Reichenbach im Kandertal wurde ein Ortsteil verwüstet. Ganze Täler und Regionen, wie das Unterengadin, blieben auch in der Nacht zum Mittwoch von der Außenwelt abgeschnitten. Versicherer schätzen die Schäden in der Schweiz auf etwa 500 Millionen Franken (über 320 Millionen Euro). Sechs Menschen starben.

Dramatisch ist die Situation weiterhin im Kanton Obwalden. Das Klosterdorf Engelberg wird voraussichtlich für längere Zeit von der Umwelt abgeschlossen bleiben. Rund 1 500 Touristen sitzen fest. Die Behörden erwägen den Bau von Notstraßen nach Engelberg und Melchtal.

Wassermassen rollen auf Oberösterreich zu

In Österreich verschieben sich die Fluten in Richtung der Hauptstadt: Während sich die Lage in Vorarlberg und Tirol langsam entspannt, haben die Behörden Hochwasseralarm für Oberösterreich gegeben. Dort haben die Pegelstände von Donau und Inn die Warngrenzen überschritten. In Linz wird die Donau voraussichtlich noch am Vormittag über die Ufer treten. In Wien wurde angesichtes steigender Pegel der Donau der Hochwasserdienst einberufen und die Entlastungsbecken geflutet.

Im Westen Österreichs forderte die Hochwasserkatastrophe ein weiteres Todesopfer. Nach Angaben eines Polizeisprechers wurde am Dienstagabend in einer Kellerwohnung in Reuthe bei Bregenz die Leiche eines 52-jährigen Mannes entdeckt. Er ist das dritte Hochwasser-Opfer in Österreich seit dem Wochenende.

Versicherer rechnen mit niedrigerem Schaden als 2002

Aus wirtschaftlicher Sicht scheinen die Unwetter in diesem Jahr allerdings weniger massiv gewütet zu haben als 2002. Nach Angaben der Allianz erreichten den Versicherer bislang 1 000 Schadensmeldungen aus der Schweiz, in Österreich geht die Assekuranz von 2 000 Schäden aus. Die Kosten lassen sich laut Allianz noch nicht genau beziffern, lägen aber bei weitem unter denen, die die Flut 2002 verursacht hatte. Damals zahlte die Allianz allein in Österreich 37 Mill. Euro an die Flutopfer.

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