Hochwasser
Pegelstände stagnieren

Offenbar hat die Flut in Norddeutschland ihren Höchststand erreicht. Die Wasserstände in den betroffenen Regionen stagnieren am Montagvormittag größenteils. Entwarnung könne aber noch nicht gegeben werden, sagte ein Sprecher des Krisenstabes im Landkreis Ludwigslust.

HB LÜNEBURG. Tausende Helfer sind nach wie vor im Einsatz, um Deiche zu sichern und überflutete Keller abzupumpen.

Experten sind nicht vorrangig wegen der Fluthöhe besorgt, sondern wegen ihrer Dauer. Sie befürchten, dass das Wasser noch bis Ostern auf hohem Niveau bleibt - mit der anhaltenden Gefahr, dass die Deiche aufweichen.

Wie das niedersächsische Landesamt für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz in Lüneburg mitteilte, erreichte der Pegel in Neu Darchau 7,49 Meter und stagnierte dann zunächst. In Hitzacker, dessen Altstadt überschwemmt ist, fiel die Flut leicht: Der Wasserspiegel senkte sich gegenüber Sonntagabend um vier Zentimeter und steht bei 7,59 Meter. Ein Sprecher sagte: „Die Flut wird noch lange hoch bleiben, ich schätze noch eine Woche mindestens.“ Im schleswig-holsteinischen Lauenburg stagniert das Hochwasser seit Sonntag bei etwa 9,08 Metern, wie ein Sprecher der Feuerwehr sagte. Man rechne damit, dass die Pegel bis zum (morgigen) Dienstag um zehn Zentimeter sinken. Dennoch sei die Innenstadt Lauenburgs noch immer bedroht.

Auch in Mecklenburg-Vorpommern ist das Hochwasser nach Angaben des Landkreises Ludwigslust leicht gefallen. Die Pegel lagen am Montagvormittag im Raum Boizenburg bei 6,72 Meter und damit drei Zentimeter unter dem Stand vom Sonntag. In Dömitz wurden mit 6,58 Metern sechs Zentimeter weniger gemessen. Entwarnung könne noch nicht gegeben werden, sagte ein Sprecher des Krisenstabes. Die Lage bleibe angespannt, da der extreme Wasserdruck auf die Deiche noch Tage andauern könne.

Bund und Land versprechen Hilfe

Die Millionenstadt Hamburg ist nicht gefährdet. Nach Angaben der zuständigen Senatsverwaltung sorgen riesige Hafenbecken und die zunehmende Breite des Flusses dafür, dass der Pegel in der Hansestadt nur unbedeutend ansteigen wird. Ferner wurde darauf verwiesen, dass vor den Toren Hamburgs ein großes Wehr den Zulauf der Elbe in die Stadt regeln kann.

Unterdessen hat der niedersächsische Ministerpräsident Christian Wulff schnelle und einfache Hilfe für die Flutopfer angekündigt. Die Betroffenen sollten einen Zuschuss von 5.000 Euro erhalten, der nicht zurückgezahlt werden müsse, sagte der CDU-Politiker in einem Interview. „Entscheidend ist, dass niemand durch die Schäden des Hochwassers in existenzgefährdende Not gerät“, sagte Wulff. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte am Sonntag bei einem Besuch in der Krisenregion Hilfe der Bundesregierung zugesagt. Die Umweltschutzorganisation Greenpeace sieht in den Überschwemmungen auch eine Folge des Klimawandels. Extreme Wasserstände der Elbe würden zunehmen. Der Klimawandel müsse gebremst werden.

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