Hochwasser
Rheinschifffahrt wird eingestellt

Die Hochwasserlage in Süddeutschland verschärft sich. Am Rhein wurde Hochwasseralarm gegeben, die Schifffahrt wird am Nachmittag eingestellt. Auch in anderen Teilen des Landes spitzt sich die Situation zu.
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Karlsruhe/ Bad Urach/ BerlinDer Pegel bei Maxau nahe Karlsruhe hat die Sieben-Meter-Marke überschritten, wie die Hochwasser-Vorhersage-Zentrale (HVZ) am Samstag in Karlsruhe mitteilte. Tendenz: steigend. Am frühen Nachmittag muss die Schifffahrt nach Angaben der Polizei eingestellt werden. Für die Nacht zum Sonntag rechnet die HVZ mit einem Wert von 8,50 Metern. Der Höchststand von neun Metern wird in der Nacht zum Montag erwartet.

Auf der rund 30 Kilometer langen Strecke zwischen der Schweizer Kleinstadt Rheinfelden und der Schleuse Kembs ist die Schifffahrt bereits eingestellt worden. Wie die Schweizer Rheinhäfen am Samstag mitteilten, stieg der Pegel des Flusses bei Basel wegen andauernder Regenfälle auf mehr als 8,30 Meter. Auf dem Neckar fahren zwischen Stuttgart und Heilbronn seit Freitagmittag schon keine Schiffe mehr. Daran werde sich auch in den kommenden Tagen nichts ändern, hieß es bei der Polizei.

Ein 46-jähriger Bauarbeiter ist in einem Hochwassergebiet in Baden-Württemberg verschollen. Die Polizei nimmt an, dass der Mann am Freitag in Bad Urach in die Fluten eines Nebenflusses der Erms stürzte, sagte ein Sprecher. Die näheren Umstände seien jedoch unklar. Einsatzkräfte der Feuerwehr hätten die ganze Nacht erfolglos nach dem Vermissten gesucht. Einen Rettungshubschrauber habe man wegen des schlechten Wetters nicht einsetzen können, erklärte der Polizeisprecher. Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen aufgenommen.

Die akute Hochwassergefahr hat die Einsatzkräfte vor allem im Süden Deutschlands die ganze Nacht zum Samstag beschäftigt. In Sachsen wurde die Kleinstadt Grimma teilweise überflutet. Auch in anderen Städten des Freistaates blieb die Lage angespannt. Passau in Bayern bereitete sich am Samstag auf eine Hochwasserwelle vor. Der Pegel der Donau ist laut Polizeiangaben nach dem Dauerregen der vergangenen Tage auf gut 7,60 Meter angestiegen. Der Höchststand wird in der Nacht zu Sonntag erwartet. Normal liegt der Pegel bei rund 4,50 Meter.

Im Thüringer Landkreis Sömmerda hielten die aufgeweichten Deiche. Wie sich die Lage am Neckar entwickelt, war ungewiss. Heidelberg meldete Hochwasser, die Altstadt sei aber derzeit nicht in Gefahr. In der Nacht war der Pegel des Neckar stark angestiegen. Ein Rheinzufluss drohte, die südhessische Kleinstadt Biblis zu überschwemmen. Die ganze Nacht stockten Feuerwehrleute einen Damm auf, um das zu verhindern.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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