Hochwasser
Schwere Überschwemmungen in Österreich

Die Lage in den von Hochwasser bedrohten Gebieten Österreichs hat sich in der Nacht zum Dienstag erheblich zugespitzt. Besonders betroffen von den Wassermassen ist etwa das Zentrum des Touristenortes Mittersill im Bundesland Salzburg. Teile des Städtchens rund 20 Kilometer südlich von Kitzbühel mussten wegen akuter Überschwemmungsgefahr evakuiert werden. Im Raum Mittersill waren 60 bis 70 Liter Regen in 36 Stunden gefallen.

HB WIEN. Trotz der Bemühungen hunderter Helfer, darunter viele Touristen, trat am frühen Dienstagmorgen nach tagelangem Dauerregen die Salzach in Mittersill über die Ufer und durchbrach offenbar auch einige Dämme, die aus Tausenden Sandsäcken aufgebaut worden waren. Im Zentrum standen die Fluten am Morgen bis zu einen Meter hoch. Bereits am Montagmittag war wegen des Hochwassers die Salzachbrücke gesperrt und Katastrophenalarm ausgelöst worden. Zudem hatten die Einsatztruppen das Krankenhaus des Ortes geräumt.

Ähnlich bedrohlich war die Lage am Dienstag auch in andere Teilen des Landes: In Ober- und Niederösterreich traten Inn und Donau an einigen Stellen über die Ufer. Hier wurden mehrere Uferstraßen gesperrt. In Wien überschritt der Pegelstand der Donau bereits am Montagnachmittag die Höhe von 5,35 Metern. Mit einer Entspannung der Lage rechnen Meteorologen frühestens an diesem Mittwoch.

Ganz anders sieht die Hochwasserlage dagegen im bayerischen Alpenvorland aus, hier hat sich die Situation am Dienstag wieder entspannt. Vielerorts laufen bereits die Aufräumarbeiten. Selbst in Reit im Winkl, das zwischenzeitlich wegen Unpassierbarkeit der Straßen kurzfristig von der Außenwelt abgeschnitten war, würden die Sandsäcke bereits wieder weggeräumt, sagte ein Sprecher des Landratsamtes Traunstein.

Die Einsatzkräfte arbeiten aber nach wie vor auf Hochtouren, um Keller auszupumpen und die überflutete Straßen wieder befahrbar zu machen. Die Bundesstraßen 305 und 307, die wegen der Wassermassen gesperrt wurden, sollten am Nachmittag wieder freigegeben werden.

Gerade in Unterwössen würden die Pumparbeiten allerdings noch bis Mittwoch anhalten. Hier riss das Hochwasser eine Fußgängerbrücke weg, auch ein Campingplatz wurde vorsorglich geräumt. Dass die Aufräumarbeiten so lange dauern, hängt aber auch damit zusammen, dass der Grundwasserspiegel recht hoch ist. Insgesamt sind dort rund 160 Keller durch das Hochwasser voll gelaufen. "Es ist immer mehr Wasser gekommen. Da hat die kleine Pumpe nicht mehr geholfen", sagte ein Betroffener. "Zuerst waren es nur zehn Zentimeter, dann wurde es aber immer mehr."

Im Landkreis Traunstein wurde am Dienstag nach den heftigen Regenfällen der vergangenen Tage für das Achental mit den Gemeinden Reit im Winkl und Unterwössen kurzfristig Katastrophenalarm ausgelöst. Verletzte hatte es aber nicht gegeben.

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