Höchster Journalistenpreis
„Wall Street Journal“ gewinnt zwei Pulitzerpreise

Mit ihrer Berichterstattung über ominöse Managergehälter und ihrer Artikelserie über die industrielle Entwicklung in China hat die amerikanische Wirtschaftszeitung "The Wall Street Journal" zwei Pulitzerpreise gewonnen. Der Preis ist die höchste Auszeichnung für US-amerikanische Journalisten und Schriftsteller.

HB NEW YORK. Die Wirtschaftszeitung ist für das Aufdecken umstrittener Praktiken bei Managergehältern mit dem höchsten Pulitzerpreis 2007 ausgezeichnet worden. Das Preiskomitee der Columbia-Universität in New York sprach dem zum Dow-Jones-Konzern gehörenden Blatt am Montag für seinen "Dienst an der Öffentlichkeit" die Goldmedaille zu, die nur in dieser Kategorie vergeben wird.

Bei der Berichterstattung des "Wall Street Journal" ging es um rückdatierte Aktionenoptionen in Millionenhöhe, die US-Manager sich selbst ausgestellt hatten. Die Recherchen des Blattes hatten zu einer landesweiten Untersuchung bei mehr als 130 Unternehmen geführt, zahlreiche Spitzenmanager wurden entlassen.

Die Zeitung gewann zudem den Preis in der Kategorie Internationale Berichte für eine Artikelserie über die Auswirkungen der industriellen Entwicklung in China. Sie ist damit die einzige Zeitung, die dieses Jahr zwei Auszeichnungen erhielt. Die mit jeweils 10 000 Dollar (rund 7400 Euro) dotierten Preise zählen zu den höchsten Ehrungen für amerikanische Schriftsteller und Journalisten.

Die "Los Angeles Times" wurde in der Kategorie Erklärender Journalismus für ihre Berichte über die Gefährdung der Weltmeere geehrt. Der Preis für herausragende aktuelle Berichterstattung ging an die Redaktion der Zeitung "The Oregonian" im US-Bundesstaat Portland, die behutsam und sensibel das Schicksal einer in den Bergen von Oregon vermissten Familie schilderte.

Die im vergangenen Jahr mit drei Preisen ausgezeichnete "New York Times", ein Flaggschiff des liberalen US-Journalismus, wurde dieses Jahr für ihr einfühlsames Porträt eines in die USA eingewanderten islamischen Religionsführers geehrt. Dem "Boston Globe" sprach die Jury den Preis für einen Bericht über das umstrittene Recht von US-Präsident George W. Bush zu, Bestimmungen von neuen Gesetzen durch eine Zusatzerklärung zu umgehen. Die "New York Daily News" erhielt den Preis für ihre engagierten Leitartikel über die Gesundheitsgefahren bei den Aufräumarbeiten nach den Terroranschlägen vom 11. September.

Weitere Auszeichnungen für herausragenden Journalismus gingen an "The Birmingham News" (Investigativer Journalismus), "The Miami Herald" (Lokaljournalismus), "The Atlanta Journal-Constitution" (Kommentar) und die "Los Angeles Weekly" (Restaurant-Kritik). Die New Yorker Zeitung "Newsday" erhielt den Karikaturpreis. Für ihre Fotos wurden die US-Nachrichtenagentur AP (Aktuelles Bild) und die Zeitung "The Sacramento Bee" (Feature) geehrt.

Der Pulitzerpreis wird insgesamt in 21 Kategorien vergeben, neben dem Journalismus auch für Kunst und Kultur. Die Auszeichnung ist nach ihrem Stifter, dem Journalisten und Verleger Joseph Pulitzer (1847-1911), benannt.

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