Höchststände von 2002 überschritten
Die Flut wird immer bedrohlicher

Die Hochwasserlage an der Elbe in Norddeutschland hat sich am Samstag weiter verschärft. An mehreren Orten erreichten die Fluten neue Höchststände jenseits der Werte des Jahrhunderthochwassers von 2002.

HB HITZACKER/LAUENBURG. Im niedersächsischen Hitzacker war bei einem Pegelstand von 7,60 Metern - zehn Zentimeter mehr als 2002 - die historische Altstadt nahezu komplett überflutet. Im schleswig- holsteinischen Lauenburg standen Teile der Altstadt unter Wasser. Der Fluss schwoll dort auf einen Pegelstand von neun Metern an. Normal sind hier rund fünf Meter. Meckenburg-Vorpommern rüstete sich für das größte Elbehochwasser seit Beginn der Aufzeichnungen vor 110 Jahren.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) will sich am Sonntag einen Eindruck von der Hochwasserlage an der Elbe verschaffen. Wegen der besonders angespannten Situation wird sie in die Region Hitzacker kommen, teilte das Bundespresseamt mit. Unter anderem will sie sich den Angaben zufolge in der Altstadt von Hitzacker umsehen. Die Kanzlerin wird von Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) begleitet.

Während sich die Lage in Sachsen-Anhalt und Brandenburg leicht entspannte, wurde in Sachsen der Katastrophenalarm aufgehoben. Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) plädierte für eine europäische Hochwasserrichtlinie. „Flüsse und Hochwasser machen vor den Grenzen innerhalb Europas nicht Halt“, sagte er am Samstag bei einem Besuch in Brandenburg. Vorsorgender Hochwasserschutz müsse künftig Vorrang vor dem Deichbau haben. Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Peter Harry Carstensen (CDU) kündigte eine Initiative mit anderen Bundesländern zum gemeinsamen Hochwasserschutz an der Elbe an.

Umweltverbände und Politiker kritisierten die Hochwasserschutzpolitik der Länder. „Aus der Flut 2002 ist zu wenig gelernt worden. Deiche wurden saniert, doch kaum vorbeugende Maßnahmen getroffen“, sagte die Hochwasser-Expertin des Bundes für Umwelt und Naturschutz (BUND), Doris Eberhardt, der „Welt am Sonntag“. Auch der frühere Umweltminister Trittin sieht eine Mitschuld der Länder und Kommunen an der aktuellen Situation.

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