Höhere Getreidepreise erwartet
Bauern befürchten Missernte

Die deutschen Landwirte befürchten Missernte von historischem Ausmaß. Wegen der ungewöhnlichen Frühjahrs-Trockenheit drohen auf rund einem Drittel der Anbauflächen Getreide und Weidegras zu vertrocknen. In einigen Gebieten haben die Bauern den Kampf gegen die Hitze bereits verloren.

HB BERLIN. Eine solche Situation habe es zu dieser Jahreszeit noch nicht gegeben, sagte der Sprecher des Deutschen Bauernverbandes, Michel Lohse, dem Berliner „Tagesspiegel“. Auch auf den übrigen Flächen rechne man mit Einbußen, falls es nicht wider Erwarten in Kürze regne. Im April war weniger als zehn Prozent der sonst üblichen Regenmenge gefallen.

In Brandenburg, wo das Wasser sich nicht lange in den sandigen Böden hält, hätten viele Bauern den Kampf gegen die Hitze bereits verloren gegeben. Viele hätten in dieser Woche damit begonnen, ihre Äcker samt dem dahingerafften Wintergetreide umzupflügen, sagte Holger Brantsch, Sprecher des örtlichen Bauernverbandes, der Zeitung. Dazu seien die Bauern wegen einer so frühen Trockenheit noch nie gezwungen gewesen.

Die deutschen Landwirte halten vor dem Hintergrund der Trockenheit steigende Preise für denkbar. „Getreide, Mais und Rüben, aber auch Obst und Gemüse sowie unsere Wiesen und Weiden lechzen im wahrsten Sinne des Wortes nach Wasser“, sagte der Präsident des Deutschen Bauernverbandes, Gerd Sonnleitner. Ohne baldigen Regen könnten die befürchteten Ernteausfälle noch größer werden. Da nicht nur in Deutschland sondern auch in Oberitalien, Frankreich, Polen und der Ukraine von Dürreschäden berichtet werde, sei mit einem weiteren Anziehen der Getreidepreise auf dem Weltmarkt zu rechnen.

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