Hoffnung auf Überlebende schwindet
Lage in Erdbebengebieten chaotisch

Drei Tage nach dem katastrophalen Erdbeben im Norden Pakistans schwindet die Hoffnungen, noch Überlebende zu finden. Das Leid wird zudem weiter verlängert, da Unwetter viele Hilfsflüge unmöglich machen. Unterdessen hat Deutschland seine Hilfe für die Opfer verstärkt.

HB ISLAMABAD/NEU DELHI. Viele Menschen im Katastrophengebiet verbrachten die dritte Nacht in Zelten oder im Freien. Meteorologen sagten weiteren Regen voraus. Am Donnerstag soll den Angaben zufolge eine Kältewelle über die Region hereinbrechen. Die Zahl der bestätigten Opfer des Erbebens vom Samstag stieg in Pakistan und Indien weiter deutlich an.

Die pakistanische Luftwaffe teilte mit, Hubschrauber könnten wegen schlechten Wetters nicht fliegen. „Es ist unglücklich, dass wir gezwungen sind, unsere Rettungsoperationen aus der Luft wegen des Regens zu unterbrechen“, sagte Innenminister Aftab Ahmed Sherpao der BBC. Reporter im Katastrophengebiet berichteten von Hagelschauern. Nach inoffiziellen Schätzungen kamen in Pakistan mehr als 40 000 Menschen ums Leben. Sherpao bestätigte mindestens 33 000 Tote.

Im indischen Teil Kaschmirs stieg die Zahl der offiziell bestätigten Erdbebenopfer auf 1300. Der indische Premierminister Manmohan Singh kündigte bei einem Besuch der Katastrophenregion ein Hilfspaket von umgerechnet mehr als 900 Mill. € an. Die Diakonie Katastrophenhilfe kritisierte, die indische Regierung spiele den Hilfebedarf herunter und verweigere Hilfsorganisationen den Zugang zur Katastrophenregion in Kaschmir. Die Zahl der Opfer in Indien liege vermutlich „sehr viel höher als bislang berichtet“.

Fast 80 Stunden nach dem Erdbeben retteten Einsatzkräfte am Dienstag in Islamabad zwei Frauen aus den Trümmern eines eingestürzten Hochhauses. Die Bergung sei schwierig gewesen, sagte Einsatzleiter Masud Akhtar. Umstehende klatschten Beifall, als die Helfer Khalida Begum und Mah Bibi aus dem Schutt bargen. Ein zehnstöckiger Teil eines Appartementkomplexes in der pakistanischen Hauptstadt war bei dem Beben in sich zusammengebrochen.

Dramatisch blieb die Lage im weitgehend zerstörten Muzaffarabad, der Hauptstadt des pakistanischen Teils Kaschmirs. Unter den Trümmern wurden noch tausende Tote vermutet. Verzweifelte Menschen gruben mit bloßen Händen nach Angehörigen. In der Luft lag Verwesungsgeruch. Der private Fernsehsender Geo TV berichtete, Ärzte warnten vor Seuchen. In der Stadt träfen immer mehr Hilfslieferungen ein. Aus den Trümmern einer eingestürzten Schule seien zwölf Schüler gerettet worden. Helfer hätten zudem vier Menschen aus zerstörten Häusern geborgen. Weiterhin gebe es weder Wasser noch Strom.

Seite 1:

Lage in Erdbebengebieten chaotisch

Seite 2:

Seite 3:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%