Hohe Entschädigung für Freundin des Außenministers angekündigt
Joschka Fischers Freundin verklagt Zeitschrift

«Minu ist nicht die neue Caroline», sagt der Anwalt von Joschka Fischers Freundin. Der Abdruck von Paparazzi-Fotos könnte die Zeitschrift «Bunte» teuer zu stehen kommen.

HB BERLIN.

Minu Barati, die derzeitige Freundin des Bundesaußenministers Joschka Fischer, klagt gegen die Zeitschrift «Bunte». Der Richter kündigte eine hohe Entschädigung an.

Wie die Nachrichtenagentur AP berichtet, geht Barati juristisch gegen die Veröffentlichung von Paparazzi-Fotos vor, die sie und Fischer im Urlaub auf Mallorca zeigten. Die Pressekammer des Hamburger Landgerichts kündigte am Freitag bei einer ersten Verhandlung eine hohe Entschädigung für Barati an. «Wir sehen darin eine schwere Verletzung ihrer Persönlichkeitsrechte», wird der Vorsitzende Richter zitiert. «Jetzt kommt es nur noch auf die Höhe an.»

Barati habe eine Summe von 25.000 Euro gefordert. Nach Überzeugung ihres Anwalts wurden die beiden aus rund 800 Meter Entfernung mit einem Teleobjektiv im Garten ihres Ferienhauses abgelichtet. «Fischer und meine Mandantin wurden während ihres Urlaubs permanent von Paparazzi verfolgt», sagte Anwalt Christian Schertz. «Nur auf diesem Grundstück waren die beiden überhaupt privat.» Deshalb stellten die Fotos, die im April in der «Bunten» erschienen sind, einen massiven Eingriff in die Privatsphäre von Barati dar.

Ziel der Klage sei es, dass seine Mandantin in Zukunft von Paparazzi-Angriffen verschont bleibe. «Der 'Bunten' muss deutlich gemacht werden, dass Minu nicht die neue Caroline ist», sagte Schertz in Anspielung auf zahlreiche Prozesse von Prinzessin Caroline von Monaco gegen People-Magazine.

Schertz zeigte sich nach der mündlichen Verhandlung «in jeder Hinsicht zufrieden». Das Gericht werde sicher eine sehr hohe Entschädigungssumme verhängen. Einen vom Richter vorgeschlagenen Vergleich über 17.500 Euro hat die «Bunte» abgelehnt, sie bot 10.000 Euro, so der Bericht. Der Anwalt der Zeitschrift sagte, die Redaktion habe zum Zeitpunkt der Veröffentlichung nicht gewusst, dass der Garten nicht von der Straße aus einsehbar war.

Der Vorsitzende Richter schloss sich weitgehend der Argumentation Baratis an. «Wenn man auf so einem privaten Grundstück befürchten muss, abgelichtet zu werden, kann man sich nicht frei bewegen.» Das Schutzschild werde heruntergerissen. Der Richter stellte in Aussicht, dass die Entschädigungssumme am Ende über den zunächst angebotenen 17.500 Euro liegen könnte. Die Entscheidung der Kammer soll am 15. Oktober fallen.

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