Homosexueller Bischof in USA gewählt
US-Kirche wählt ersten schwulen Bischof

Die Wahl des homosexuellen Pfarrers Gene Robinson zum Bischof stellt die Episkopal-Kirche in den USA vor eine Zerreißprobe. Nachdem die Bischofskonferenz am Dienstagabend in Minneapolis (Bundesstaat Minnesota) mit 62 zu 45 Stimmen - bei zwei Enthaltungen - für die Ernennung Robinsons zum Bischof gestimmt hatte, kündigten konservative Kirchenleute Widerstand und neue Initiativen an.

dpa WASHINGTON. Amerikanische Medien - wie die „New York Times“ nannten die erste Wahl eines bekennenden Homosexellen zum Bischof einer christlichen Glaubensgemeinschaft „historisch“.

Die Episkopalkirche mit etwa 2,3 Millionen Mitgliedern in den USA sei nach dieser Entscheidung „gebrochen, verletzt, geteilt und polarisiert“, sagte Bischof Edward Little aus dem Bundesstaat Indiana. 19 konservative Bischöfe der Kirche kündigten an, sich an die anderen regionalen Kirchen der Anglikanischen Kirche in den USA wegen der Wahl Robinsons zu wenden. Insgesamt zählt die Anglikanische Glaubensgemeinschaft, zu der auch die Episkopal-Kirche gehört, weltweit 75 Millionen Mitglieder.

Der 56-jährige Robinson sagte, er sei „stolz in einer Kirche zu sein, in der alle Kinder Gottes eines sicheren Platz haben“. Seine Wahl sei auch ein Zeichen für die Entwicklung hin zu einer reifen und erwachsenen Gesellschaft“, sagte der Geistliche, der geschieden ist und seit 1989 mit seinem Lebenspartner zusammenlebt.

Der Wahl Robinsons gingen heftige Diskussionen und dubiose Störmanöver voraus. Kurz vor der entscheidenden Abstimmung am Montag war eine E-Mail aufgetaucht, in dem ein Mann Robinson beschuldigte, ihn vor Jahren in der Öffentlichkeit „unangemessen“ berührt zu haben. Nach nur eintägiger Untersuchung aber wiesen die Kirchenoberen die Vorwürfe dann als haltlos zurück. Auch eine angebliche Mitschuld Robinsons an einer komplizierten Link-Verbindung zwischen einer Webseite für Schwulen-Beratung und einer Pornoseite im Internet wurde als haltlos verworfen.

Erst vor wenigen Wochen war in Großbritannien die Ernennung eines homosexuellen Geistlichen zum Bischof gescheitert. Er verzichtete auf seine Nominierung, um der anglikanischen Kirche eine mögliche Spaltung zu ersparen. In den USA hatte Gene Robinson bestritten, dass die Gefahr einer Kirchenspaltung (Schisma) bestehe. „Die düsteren Vorhersagen über irgendeine Art von Schisma sind wahrscheinlich übertrieben“, sagte Robinson.

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