Hotellerie
Luxus für Yawns

„Young and wealthy but normal“: Das ist die neue Traumklientel für Hoteliers. In den entlegensten Ecken der Welt etablieren sich zur Zeit neue Häuser für die jungen Millionäre. Viele Konzerne entwerfen Hotelmarken oberhalb der bisher obersten Kategorien.

DÜSSELDORF. Wenn Welf Ebeling, deutsches Vorstandsmitglied der renommierten Hotel-Vermarktungsgemeinschaft „The Leading Hotels of the World“ an Yawns denkt, beginnt er keineswegs zu gähnen, sondern ist hellwach. Denn hinter der Abkürzung, die nach den Yuppies und den Dinks aus dem englischen Sprachraum nach Europa herüberschwappt, verbirgt sich eine Klientel, bei der Hoteliers glänzende Augen bekommen.

Die Yawns sind die jungen Millionäre, die „young and wealthy but normal“ sind, erläuterte Ebeling kürzlich auf einem Hotelkongress in Frankfurt. Eine Klientel, die das Top-Gastgewerbe naturgemäß stark umwirbt. Und auch die großen Hotelketten entdecken das Geschäft mit dem Luxus für eine Zielgruppe, die sich alles leisten kann, dabei aber nicht auf Überfluss sondern auf individuellen Genuss setzt.

Auf der Internationalen Tourismusbörse (5. bis 9. März), die nächste Woche in Berlin beginnt, werden die Yawns zumindest in der Messehalle 9, eine bedeutende Rolle spielen: Dort konzentrieren sich traditionell etliche der internationalen Hotelketten.

Viele Konzerne entwerfen neue Hotelmarken oberhalb der bisher obersten Kategorien, und sie planen Herbergs-Eröffnungen häufig an exotischen Standorten etwa in den aufstrebenden Schwellenländern Russland, China und Indien. „Da sind dann Städte darunter, bei denen man sich fragt, was die eigentlich mit einem Luxushotel wollen“, beschreibt Kurt Ritter, Chef der Rezidor SAS-Hotelgruppe, die neben den Geschäftsreise-Hotels Radisson SAS auch die noblen Regents betreibt. Doch es gebe „immer mehr reiche Leute“, und der Markt sei einfach da.

„Der glorreiche Vorreiter“, so Stephan Gerhard, Chef der Branchen-Unternehmensberatung Treugast, sei in diesem Geschäft Kempinski gewesen. „Wir waren die erste Fünf-Sterne-Hotelgesellschaft, die vor über zehn Jahren in Russland und China Hotels eröffnet hat“, bestätigt Kempinski-Vorstandschef Reto Wittwer. Bewusst sei man das Risiko eingegangen, mit lokalen Partnern in die Märkte zu gehen, was hierzulande mit „viel Kritik und Häme“ beobachtet worden sei. Heute sei Kempinski in China mit zehn Hotels die Nummer zwei im Luxussegment. Auch in Afrika und im Mittleren Osten sei die Marke präsent, wenngleich Europa mit 29 Häusern und 15 geplanten Eröffnungen in den nächsten drei Jahren der Schwerpunkt bleibe.

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