Hühner müssen früher in den Stall: Vogelgrippe erreicht Österreich

Hühner müssen früher in den Stall
Vogelgrippe erreicht Österreich

Der Vogelgrippe-Virus ist nun offenbar auch in Österreich nachgewiesen worden. Behörden haben die EU-Kommission über das Auftreten von H5N1 bei zwei toten Schwänen in der Nähe von Graz informiert.

HB WIEN/BERLIN. Weitere Tests sollten nun im EU-Referenzlabor in Weybridge Aufschluss darüber geben, ob es sich dabei um den auch für den Menschen gefährlichen Virenstrang handelt, teilte die Kommission am Dienstag mit.

Die österreichischen Behörden wollen dieselben Sicherheitsvorkehrungen erlassen wie in Italien, Griechenland und Slowenien. So soll im Umkreis von 3 km der betroffenen Zone eine Stallpflicht für Geflügeltiere gelten. Außerdem ist der Transport der Tiere außer zu Schlachtzwecken verboten.

Untersuchungen zum Tod von fast zwei Dutzend Schwänen, Enten und weiteren Vögeln in der Steiermark ergaben, dass zwei Tiere mit einer Wahrscheinlichkeit von 70 Prozent mit dem H5N1-Virus infiziert waren, wie ein Behördensprecher am Dienstag mitteilte.

Nutzgeflügel muss in den Stall

Zum Schutz vor der Vogelgrippe soll Nutzgeflügel in Deutschland nun bereits vom kommenden Montag an im Stall bleiben. Vorgesehen war zunächst der 1. März. Außerdem werden Geflügelmärkte weitgehend verboten. Mit den Ländern wurde vereinbart, aktiv nach toten Schwänen zu suchen. Bundeslandwirtschaftsminister Horst Seehofer riet auch, tote Tiere nicht mit bloßen Händen anzufassen. Schwäne seien offenbar sehr empfänglich für H5N1, sagte Seehofer. Ein Experte des Landwirtschaftsministeriums, Bernhard Kühnle, betonte, dass Tauben hingegen keine Gefahr bei der Weiterverbreitung des Virus darstellten.

Von dem Aufstallungsgebot in Deutschland sind nach Angaben des Deutschen Bauernverbandes rund 13 Mill. Vögel betroffen. Die Regelung soll laut Seehofer voraussichtlich bis Ende April gelten. „Unser Ziel ist es, die Nutztiere zu schützen, und natürlich auch die Menschen“, erklärte er.

Verendete Schwäne in Italien und Griechenland

Am Wochenende waren an Vogelgrippe verendete Schwäne bereits in Italien und Griechenland entdeckt worden. Außerdem wurde bei einem toten Schwan in Slowenien das H5N1-Virus nachgewiesen. Im Iran erlagen nach Angaben der amtlichen Nachrichtenagentur IRNA 135 Schwäne dem H5N1-Virus. Die toten Tiere seien an der Küste des kaspischen Meeres entdeckt worden.

Auch die Behörden in der Steiermark wiesen die Geflügelhalter an, ihre Tiere im Stall zu halten. Das niederländische Landwirtschaftsministerium ordnete ebenfalls vom 20. Februar an Stallpflicht für Geflügel in Hochrisikogebieten an, wie der Sender NOS am Montag berichtete. Eine ähnliche Anweisung war im vergangenen Herbst für Gebiete in der Nähe von Seen und Flüssen erlassen worden, wo Zugvögel Rast machen. Die Maßnahme wurde im Dezember wieder gelockert.

In Indonesien starb am Sonntag ein weiterer Patient an der Vogelgrippe, wie das Gesundheitsministerium am Dienstag mitteilte. Bei einem Jäger in Griechenland konnte eine H5N1-Infektion ausgeschlossen werden.

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