Hulk Hogan
Der Fall einer Legende

Der Wrestling-Weltverband WWE reagiert auf rassistische Äußerungen seines ehemaligen Vorzeige-Athleten Hulk Hogan: Alle Verträge wurden gekündigt und der Name von der Hall-of-Fame-Ehrenliste gestrichen.
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San FranciscoWrestler-Legende Hulk Hogan ist am Boden. Er selbst war am Ende sein größter Feind, als ihn die Vergangenheit in Form eines Sexvideos und übler Worte am Freitag eingeholt hatte.

Es ging alles ganz schnell. Ohne Ankündigung verschwand am Freitagmorgen jegliche Erwähnung von Terry Bollea, unter seinem Alias Hulk Hogan auch in Deutschland ein berühmter Star der Wrestling-Szene, von der Webseite des Weltverbandes WWE. Der Verkauf sämtlicher Fanartikel ist eingestellt, selbst die Ehrenliste der Hall of Fame ist bereinigt, so wie in der Sowjetunion seinerzeit Fotos und Geschichtsbücher um Politiker bereinigt wurden, die in Ungnade gefallen waren.

Seit Freitag hat es Hulk Hogan in der Wrestling-Welt nie gegeben. „Wir haben alle Verträge mit Terry Bollea beendet“, heißt es in einer kargen Mitteilung des Verbands. „Wir unterstützen und verehren Stars egal, woher sie stammen, was unsere Angestellten, Athleten und Fans eindrucksvoll unter Beweis stellen.“ Mit keinem Wort wird erwähnt, was der Grund für diese abrupte und vollständige Tilgung seines Namens und seiner Verdienste bewirkt hat.

Hulk Hogan wird etwas deutlicher: „Vor acht Jahren habe ich sehr beleidigende Worte während einer Unterhaltung gebraucht. Das war unakzeptabel, dafür gibt es keine Ausrede und ich entschuldige mich dafür, dass ich es getan habe.“ Auf Twitter meldete sich Hogan dann noch mit einem kryptischen Posting: „In dem Sturm, in dem ich die Kontrolle verloren habe, wird Gott und sein Universum mich dorthin segeln, wo er mich haben möchte.“

Ein Sexvideo des heute 61-Jährigen, das vor acht Jahren aufgenommen und später von der Webseite Gawker teilweise veröffentlicht wurde, hat offenbar jetzt sein Wirtschaftsimperium „Hulkamania“ zum Einsturz gebracht. Hogan hat die Betreiber der Webseite auf Schadenersatz in Höhe von 100 Millionen Dollar verklagt. Doch es waren nicht die eher unspektakulären Bildaufnahmen, die den Verband so erzürnt haben.

Im Rahmen des Prozesses in Florida ist offenbar ein Schriftprotokoll der Unterhaltung der Personen im Video, Hogan und eine Frau, angefertigt worden. „Radar Online“ und „National Inquirer“ haben es nach eigenen Angaben in die Hände bekommen und Teile daraus zitiert.

Der Wrestling-Star, der nicht mehr aktiv kämpft, aber zahlreiche Berater- und Werbeverträge hat und in vielen TV-Shows auftrat, leistete sich demnach einen massiv rassistischen Verbalausfall. Dabei ging es um seine Tochter und einen farbigen Mann, wobei das in den USA sehr verpönte „N-Wort“ zur Charakterisierung eines Farbigen noch die geringste Entgleisung war.

Hulk Hogan war über 30 Jahre lang der Superstar unter den Wrestlern. Er ist sechsfacher WWE-Champion, spielte in Filmen und TV-Serien mit und war das Aushängeschild des Sports. Jetzt will ihn keiner mehr kennen.

Handelsblatt-Korrespondent Axel Postinett
Axel Postinett
Handelsblatt / Korrespondent

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