Hunderte Anwohner vertrieben
Waldbrände bedrohen Villen in Los Angeles

Tausende Feuerwehrleute haben am Donnerstag gegen zahlreiche Waldbrände in der Nähe von Los Angeles gekämpft. Das Feuer bedroht nun Häuser nordwestlich der kalifornischen Millionenstadt. Mehr als 400 Kalifornier sind von näher rückenden Flammen aus ihren Häusern vertrieben worden.

HB LOS ANGELES. In den westlichen Vororten von Los Angeles waren 3000 Feuerwehrleute im Einsatz, um zahlreiche Waldbrände zu bekämpfen. Eine leichte Abschwächung der gefährlichen Santa Ana Winde am Donnerstagabend (Ortszeit) ließ die Einsatzteams etwas aufatmen. „Die Lage hat sich gegenüber gestern verbessert“, sagte Behördensprecher Zev Yarovslavsky. Die Gefahr sei aber bei weitem noch nicht gebannt. „Bleibt wachsam“, riet ein Sprecher des Wetteramtes den Anwohnern in dem hügeligen Hinterland der Millionenmetropole.

Nach ersten Schätzungen brannten seit Mittwoch knapp 7000 Hektar Land ab. Mehr als 2000 Häuser, darunter zahlreiche Luxusvillen, waren von dem Flammen bedroht. Es sei aber erst ein Haus abgebrannt, teilte ein Sprecher der Feuerwehrbehörde mit. Durch die starke Hitzeentwicklung nahmen aber zahlreiche Wirtschaftsgebäude in der ländlichen Region Schaden. „In unserer Pferderanch in Simi Valley sind die Träger geschmolzen“, sagte Frederic Prinz von Anhalt, Ehemann von Schauspielerin Zsa Zsa Gabor, der dpa. 35 Pferde konnten sie rechtzeitig in Sicherheit bringen. Drei verängstigte Tiere zogen sich aber bei dem Transport Verletzungen zu und mussten eingeschläfert werden, sagte von Anhalt. Er bezifferte den Schaden mit mehr als zwei Mill. Dollar. Auch die benachbarte Ranch von Sylvester Stallone sei von den Flammen bedroht, führte der in Bel Air wohnende Adlige weiter aus.

Angefacht durch die Santa-Ana-Winde, die zu dieser Jahreszeit auftreten, schossen die Flammen und dicker Rauch auf einer Länge von 16 Kilometer auf den Bergkämmen in den Himmel. In der Region wurden am Donnerstag Temperaturen von 33 Grad Celsius gemessen. Die Brandursache ist nach Angaben der Feuerwehr noch unbekannt.

Nach einem regenreichen Winter gibt es in Südkalifornien ungewöhnlich viel Unterholz, das leicht brennbar ist. Außerdem haben Insekten Mill. von Pinien absterben lassen, die den Flammen jetzt schnell zum Opfer fallen. Im Oktober 2003 waren bei verheerenden Bränden in Südkalifornien 20 Menschen ums Leben gekommen. Mehr als 3300 Häuser wurden zerstört. Die Flammen vernichteten damals eine Fläche von der Größe des Saarlands.

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