Hungersnot befürchtet
Flut macht 300 000 Nordkoreaner obdachlos

Durch die Flutkatastrophe in Nordkorea haben bis zu 300 000 Menschen ihr Zuhause verloren, schätzen nordkoreanische Behörden. Die internationale Hilfe für die Flutopfer, an der sich auch das Auswärtige Amt beteiligt, ist inzwischen angelaufen.

HB SEOUL. Menschen benötigten dringend Nahrungsmittel, Medikamente und Notunterkünfte, berichtete am Mittwoch der Sprecher des Welternährungsprogramms (WFP) der Vereinten Nationen, Paul Risley, telefonisch aus Bangkok. Am kommenden Wochenende wolle das WFP über ein Nothilfeprogramm beraten.

Risley sagte, nach den tagelangen Regenfällen und Überflutungen seien enorme Ernteausfälle in dem verarmten Land zu erwarten. Uno- Experten seien seit Dienstag unterwegs, um sich in den betroffenen Gebieten ein Bild vom Ausmaß der Schäden zu machen.

Die offiziellen nordkoreanischen Medien hatten am Dienstag berichtet, dass durch verheerende Unwetter seit der vergangenen Woche hunderte Menschen ums Leben gekommen seien oder vermisst würden. Den Berichten zufolge wurden zehntausende Häuser, wichtige Eisenbahnstrecken, Straßen und Brücken zerstört, die Stromversorgung und die Telefonleitungen in weiten Teilen des Landes wurden unterbrochen. Zehntausende Hektar Ackerland seien überflutet worden.

Die Nachrichtenagentur Yonhap meldete am Donnerstag unter Berufung auf Regierungskreise, dass am Freitag eine Lieferung mit Decken, Mehl und Medikamenten in den Norden geschickt werden solle. Das Vereinigungsministerium in Seoul bestätigte die Planungen nicht. Die südkoreanische Regierung erwäge die Möglichkeit zu helfen, warte aber noch auf eine offizielle Anfrage.

Die Überschwemmungen in Nordkorea haben der Regierung in Pjöngjang zufolge elf Prozent der Anbauflächen von Reis und Mais zerstört. Experten schätzen, dass selbst mit einer guten Ernte dem Land eine Millionen Tonnen Nahrungsmittel gefehlt hätten. Den 23 Millionen Einwohnern droht nun eine Hungersnot. Ein Wissenschaftler des südkoreanischen Instituts für nationale Einheit sagte: „Nordkorea benötigt massive Hilfe von Südkorea und internationalen Organisationen.“

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