Hurrikan „Felix“
38 Tote und hunderte Vermisste in Nicaragua

Die Zahl der Toten durch Hurrikan „Felix“ in Nicaragua ist deutlich höher als zunächst vermutet. Nach jüngsten Medienberichten kamen insgesamt mindestens 38 Menschen kamen ums Leben. Die Zahl der Obdachlosen geht in die Zehntausende. In Mexiko tötete Hurrikan „Henriette“ sieben Menschen.

HB BUENOS AIRES/MANAGUA. „Wir sind darüber unterrichtet worden, dass es hunderte von Vermissten gibt, und wir suchen nach ihnen“, sagte der Präsident von Nicaragua, Daniel Ortega, bei einem Besuch in der besonders schwer betroffenen Stadt Puerto Cabezas an der Karibikküste im Norden des Landes.

In der Region Atlantico Norte, wo „Felix“ am Vortag als Wirbelsturm der höchsten Kategorie 5 mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 300 Kilometern pro Stunde auf Land getroffen war, wurden nach neuen Angaben mehr als 8 000 Häuser zerstört. 40 000 Menschen seien obdachlos geworden oder hätten ihr Hab und Gut verloren. Der Gouverneur der Region, Reynaldo Francis Watson, warnte, die Zahl der Opfer könne weiter steigen, weil das Schicksal tausender Menschen in der besonders armen Region noch unbekannt sei.

Der Leiter des Regionalbüros der Diakonie Katastrophenhilfe, Michael Jordan, rief unterdessen zu Hilfe für die Opfer auf. „Im Moment werden vor allem Lebensmittel, Medikamente und Unterkünfte benötigt“, sagte er. „Doch es ist bereits abzusehen, dass tausende Menschen auch Unterstützung beim Wiederaufbau ihrer Häuser brauchen“, schrieb die Organisation weiter, die nach eigenen Angaben 30 000 Euro Soforthilfe zur Verfügung stellte. Jetzt würden dringend Spenden benötigt. Das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen brachte nach eigenen Angaben 70 Tonnen Lebensmittel in das Katastrophengebiet.

Unterdessen erreichte „Felix“ Honduras, wo er sich als Tiefdruckgebiet auflöste. Auch die Regenfälle waren nicht so heftig, wie befürchtet. Über Schäden oder Opfer wurde nichts bekannt.

An der mexikanischen Pazifikküste richtete Hurrikan „Henriette“ erhebliche Schäden an. Bislang kamen hier nach Zeitungsberichten insgesamt sieben Menschen ums Leben. Große Erntevorräte sind vernichtet. Unterdessen bedroht im Ostpazifik Taifun „Fitow“ die japanische Hauptinsel Honshu. Ausläufer des Sturms haben bereits den Flug- und Bahnverkehr beeinträchtigt.

Hurrikan „Henriette“ hat sich inzwischen so weit abgeschwächt, dass er bei Windgeschwindigkeiten bis 100 Kilometer pro Stunde zu einem tropischen Sturm herabgestuft wurde. Wirbelsturm „Felix“ ist nur noch eine sogenannte tropische Depression mit Windgeschwindigkeiten bis 45 Kilometer pro Stunde. Nach wie vor sorgen jedoch heftige Regenfälle für Hochwasser und Überschwemmungen.

Mit starken Regenfällen und Winden haben Ausläufer des Taifuns „Fitow“ die japanische Insel Honshu erreicht. Voraussichtlich am frühen Freitag (Ortszeit) werde der Wirbelsturm auf die Kanto-Region um die Hauptstadt Tokio oder die Tokai-Region um die Millionenstadt Nagoya treffen, hieß es in Medienberichten. Die Fluggesellschaft All Nippon Airways (ANA) strich alle Flüge zwischen Tokios Flughafen Haneda und der vorgelagerten Inselkette Izu. Auch der Betrieb von Hochgeschwindigkeitszügen wurde zeitweise unterbrochen.



Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%