Hurrikan fordert erstes Todesopfer
Ophelia erreicht die Küste in North Carolina

Die USA zittern vor „Ophelia“: Mit peitschenden Winden, schweren Regenfällen und heftiger Brandung hat der Hurrikan die Ostküste des Landes erreicht. Die Wassermassen verwüsteten Strände und überfluteten Straßen. Die Behörden befürchten, dass „Ophelia“ bis zu zwei Tage lang etwa 700 000 Menschen an der Ostküste der USA bedrohen wird.

HB WASHINGTON. In den Bundesstaaten North Carolina und South Carolina kam es durch kräftige Winde und Regenfälle bereits zu Stromausfällen und Unterbrechung von Telefonverbindungen. Mehr als 123 000 Menschen waren ohne Strom, 1 700 wurden in Notunterkünften untergebracht. An Teilen der Küste North Carolinas wurden Schulen, Häfen und Geschäfte geschlossen sowie Fährverbindungen ausgesetzt.

Auf der Landzunge Outer Banks vor dem Festland donnerten am Donnerstag Mittag (MESZ) große Wellen gegen die hölzernen Anglerstege. Mehrere Straßen auf der schmalen Landzunge vor der Festlandküste wurden überschwemmt. Eine 19-jährige Frau kam ums Leben, als sie mit ihrem Auto von einer überschwemmten Straße rutschte. Viele Brücken wurden wegen des starken Windes gesperrt. Zahlreiche Bewohner und praktisch alle Touristen hatten die Gegend nach Evakuierungsaufrufen der Behörden bereits verlassen.

Das Zentrum des Sturms lag bis Donnerstagmorgen etwa 32 Kilometer süd-südöstlich von Cape Lookout in North Carolina. "Ophelia" bewegte sich mit rund elf Kilometern pro Stunde auf das Festland zu. Im Zentrum von "Ophelia" wehte der Wind mit 129 Stundenkilometern. Noch im Umkreis von 225 Kilometern erreichte er Geschwindigkeiten von bis zu 116 Stundenkilometern.

Die Outer Banks gehören zu den beliebtesten Ausflugs- und Urlaubszielen an der US-Ostküste. Nach Angaben der Behörden könnte die Windstärke noch zunehmen. Vorhersagen zufolge könnten die Winde noch stärker werden. Experten befürchteten, dass der Sturm auch Seewasser in den Flüssen hochdrücken und damit auch weiter landeinwärts für Überschwemmungen sorgen könnte. Die Behörden hatten vorsorglich die Evakuierung einiger Inseln und Gemeinden in Küstennähe angeordnet. Das Nationale Hurrikan-Zentrum in Florida stufte „Ophelia“ am Mittwoch zunächst weiter als Kategorie 1 ein - „Katrina“ hatte Stärke 4, als er New Orleans traf.

Der US-Bundesstaat North Carolina hatte sich seit Mittwoch auf „Ophelia“ vorbereitet. Vermutlich werde der Hurrikan bald Stärke 2 erreichen und damit auch für eine höhere Flut sorgen, sagte Gouverneur Mike Easley. Er hatte alle Bewohner der tiefer liegenden Küstengebiete aufgerufen, sich in Sicherheit zu bringen. Easley sagte die Nationalgarde habe vier Sammelpunkte eingerichtet. Dorthin sollen vor allem ältere Menschen und Bewohner aus tiefer gelegenen Gebieten in Sicherheit gebracht werden. In ganz North Carolina öffneten mehr als 60 Notunterkünfte.

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