Hurrikan fordert Todesopfer auf Kuba
“Ike“ bedroht Ölförderung im Golf von Mexiko

Hurrikan „Ike“ hat am Mittwoch den Golf von Mexiko erreicht. Nachdem der Wirbelsturm in Kuba und Haiti eine Spur der Zerstörung hinterlassen hatte, fürchten nun die Ölfirmen im Golf um ihre Förderanlagen. Meteorologen gehen davon aus, dass „Ike“ sich über den warmen Gewässern des Golfs wieder zu einem Hurrikan der Kategorie drei verstärken wird.

HB HAVANNA. Damit bedroht er die dortigen Anlagen, die ein Viertel der US-Gesamtmenge an Öl und 15 Prozent des US-Erdgases fördern. Die Produktion wurde gestoppt und Arbeiter von den Plattformen in Sicherheit gebracht. „Ike“ wird am Samstag mit Windgeschwindigkeiten um 180 Kilometern pro Stunde auf die texanische Küste treffen. Die Südstaatenmetropole New Orleans, die vor drei Jahren von „Katrina“ verwüstet und vor gut einer Woche vom Hurrikan „Gustav“ heimgesucht wurde, dürfte diesmal verschont bleiben.

Um Kuba herum werde sich die aufgewühlte See am Mittwoch wieder beruhigen, erklärte das Hurrikan-Zentrum, es könne jedoch zu weiteren Überflutungen durch heftige Regenfälle kommen. Offiziellen Angaben zufolge sind auf Kuba vier Menschen bei dem Sturm ums Leben gekommen. Insgesamt 2,6 Mill. Einwohner waren in Sicherheit gebracht worden - etwa 22 Prozent der Bevölkerung des Inselstaates.

Die beiden größten deutschen Reiseveranstalter Tui und Thomas Cook sagten bis Ende September Reisen in den Osten Kubas ab. Bis 26. September könnten Kunden ihre Reisen in die Region Holguin kostenlos umbuchen oder stornieren, teilten die beiden Unternehmen am Mittwoch mit. Hotels seien dort teilweise beschädigt und Strände weggespült, sagte eine Thomas-Cook-Sprecherin. In den Regionen im Westen Kubas könne der Ferienbetrieb aber weitgehend ungestört fortgesetzt werden.

Jene knapp 200 Tui- und Thomas-Cook-Gäste die sich in der besonders betroffenen Region Holguin befinden, wollen die Veranstalter vorzeitig nach Hause bringen.

„Ike“ hat aber nicht nur die Tourismusbranche getroffen, sondern auch Zuckerrohrfelder und Kaffeeplantagen verwüstet. Die Nickel-Produktion musste vorübergehend eingestellt werden. Kubanischen Angaben zufolge sind die Bergwerke und Anlagen jedoch nicht beschädigt worden. Die Produktion des wichtigsten Exportgutes könne somit in den nächsten Tagen wieder aufgenommen werden. Nach Angaben der Vereinten Nationen hat die kubanische Regierung die Schäden auf bis zu vier Mrd. Dollar beziffert.

Die kubanische Wirtschaft leidet zudem unter den Folgen des Hurrikans „Gustav“ und dem rapiden Anstieg der Importpreise. Die Zentralbank hat bereits eine Reihe von Gläubigern um Umschuldung gebeten, um auf die Verteuerung von Treibstoff und Lebensmitteln sowie dem Verfall des Nickelpreises reagieren zu können. Die USA und Brasilien haben humanitäre Hilfe angeboten. Am Samstag hatte Kuba ein erstes Hilfsangebot der US-Regierung abgelehnt.

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