Hurrikan „Maria“
Insel Dominica schwer getroffen

Nach „Irma“ wütet nun „Maria“ in der Karibik. Auf der Insel Dominica trifft der Sturm auf Land. Sein Kurs könnte das US-Außengebiet Puerto Rico erstmals seit 85 Jahren wieder zum Ziel eines Hurrikans machen.
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RoseauHurrikan „Maria“ hat auf seinem Durchzug durch die Karibik erste Verwüstungen angerichtet. Auf der Insel Dominica gebe es ersten Informationen zufolge weit verbreitet Zerstörung, zitierte der TV-Sender TeleSur Regierungschef Roosevelt Skerrit in der Nacht zu Dienstag (Ortszeit). Seine größte Sorge für den Morgen seien Nachrichten über Verletzte und mögliche Tote, sagte er. Der Hurrikan habe die ehemalige britische Kolonie „brutal“ getroffen. Nach Dominica zog das Zentrum des Sturms nahe an der zu Guadeloupe gehörenden Inselgruppe Saintes vorbei. Dann nahm „Maria“ Kurs auf die Jungferninseln und Puerto Rico.

In dem US-Außengebiet könnte der Sturm am frühen Mittwoch auftreffen – es wäre das erste Mal seit 85 Jahren, dass die Insel wieder direkt von einem Hurrikan getroffen wird. Nach seinem Zug über Dominica hatte sich „Maria“ zunächst abgeschwächt und war auf die zweithöchste Kategorie 4 herabgestuft worden. Das US-Hurrikan-Zentrum stufte ihn wieder in die höchste Kategorie 5 ein, wie es am Dienstagmorgen (Ortszeit) auf seiner Webseite mitteilte.

„Maria“ bewege sich mit einer Geschwindigkeit von 15 Kilometern pro Stunde westlich und erreiche Windgeschwindigkeiten von bis zu 257 Kilometer pro Stunde, hieß es weiter. Vor rund zwei Wochen war Hurrikan „Irma“ durch die Karibik gezogen und hatte unter anderem auf Barbuda sowie im US-Bundesstaat Florida erhebliche Verwüstungen angerichtet. Mehrere Menschen kamen ums Leben.

Hurrikan-Warnungen galten am frühen Dienstagmorgen unter anderem weiterhin für Guadeloupe, die US-amerikanischen und britischen Jungferninseln sowie St. Kitts und Nevis, Montserrat und Puerto Rico.

Auf Dominica bekam Regierungschef Skerrit persönlich die Kraft der Naturgewalt zu spüren: „Mein Dach ist weg. Ich bin der Gnade des Hurrikans ausgeliefert. Mein Haus wird überschwemmt“, schrieb er auf Facebook. Kurz darauf wurde der Regierungschef in Sicherheit gebracht: „Ich bin gerettet worden“, schrieb er. „Maria“ hatte vor Auftreffen auf der Insel schnell an Kraft gewonnen.

Starke Böen und kräftige Regenschauer fegten zuvor über Martinique hinweg, als „Maria“ am Montagabend die Karibikinsel passierte, wie der Radiosender RCI berichtete. Bäume wurden entwurzelt, und hohe Wellen trafen auf die Küste. Behördenvertreter berichteten am Dienstag aber von vergleichsweise geringen Schäden. Zwei Menschen seien leicht verletzt worden, in 25.000 Haushalte gebe es keinen Strom, und zwei Gemeinden seien ohne Trinkwasser, sagte der Leiter der französischen Zivilsicherheit, Jacques Witkowski. Die Präfektur der französischen Überseegebiete Guadeloupe und Martinique hatte eine Ausgangssperre verhängt.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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