Hurrikan-Saison
Keine Atempause – auf Hanna folgt Ike

Die Hurrikan-Saison lässt die Karibik bis hoch zur Ostküste der USA nicht zur Ruhe kommen. Nachdem auf Haiti mindestens 137 Menschen durch den Tropensturm Hanna ums Leben, zieht mit Ike nun schon dessen potenzieller Nachfolger auf. Die Lage in den betroffenen Gebieten ist schon jetzt katastrophal.

HB PORT-AU-PRINCE/MEXIKO-STADT. Nach den Verwüstungen und Überschwemmungen durch den Tropensturm "Hanna" ist die Lage in Haiti nach offiziellen Angaben "katastrophal". Mindestens 137 Menschen wurden durch den Hurrikan getötet, teilte das Büro für Zivilschutz laut dem Radiosender Radio Metropole am Samstag mit. Mehr als 10 000 lebten in der Region Gonaïves in provisorischen Unterkünften. Umso stärker könnte der Sturm "Ike" das ärmste Land der Karibik treffen, der sich mit der Stärke vier auf der bis fünf reichenden Hurrikan-Skala an den Inseln der Karibik vorbeibewegt.

"Ike" entwickelte in der Nacht zum Samstag in seinem Zentrum Windgeschwindigkeiten von 185 Kilometer pro Stunde und wurde von den Meteorologen als "potenziell gefährlicher Tropensturm" eingestuft. Nach Berechnungen des Hurrikanzentrums in Miami wird er in der Nacht zum Sonntag erst über die Turks- und Caicosinseln sowie die südlichen Bahamas ziehen, dann nördlich an Kuba vorbei die Südspitze Floridas streifen, um schließlich den Golf von Mexiko zu erreichen.

Weite Teile der landwirtschaftlichen Flächen Haitis sind durch "Hanna" verwüstet worden, tausende Häuser zerstört. Auch in der benachbarten Dominikanischen Republik, auf den nördlich gelegenen Turks- und Caicosinseln, den Bahamas und Jamaika kam es zu Überschwemmungen und Zerstörungen. Nach dem Hurrikan "Gustav" bewegt sich nun "Hanna" mit orkanartigen Winden und Regen auf die Küste des US-Bundesstaates South Carolina zu und könnte nach den bisherigen Prognosen der gesamten Ostküste der USA flutartige Regenfälle bringen.

Hilfsorganisationen befürchten, dass zum Ende des Jahres rund vier Mill. Menschen vom Hunger bedroht sein werden. Die Vereinten Nationen und die Europäische Union sagten den betroffenen karibischen Staaten rasche Nothilfe zu. UN-Nothilfekoordinator John Holmes sagte am Freitag vor Journalisten in New York, derzeit würde noch das Ausmaß der Schäden geschätzt. Die Vereinten Nationen planten in Kürze einen Spendenaufruf. Besonders hart getroffen wurden Haiti und Kuba. Holmes zufolge brauchen 600 000 Haitianer Hilfe.

Die EU hat bisher Haiti Hilfsmaßnahmen in Höhe von insgesamt vier Mill. Euro zur Verfügung gestellt. "Wir haben Berichte über zehntausende Menschen, die sofort dringend Hilfe benötigen", sagte EU-Entwicklungskommissar Louis Michel am Freitag. "Ihre Situation ist verzweifelt." Deutschland sagte eine erste Finanzhilfe in Höhe von mehr als 150 000 Euro zu.

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