Hurrikan überschwemmt ganze Städte
„Wilma“ so stark wie vier normale Hurrikans

„Wilma“ stellt alles bisher Dagewesene in den Schatten. Nach Einschätzung der Behörden hat der Monsterhurrikan eine zerstörerische Wirkung wie „vier bis fünf normale Hurrikans“ auf einmal. Die Ferienmetropole Cancún steht völlig unter Wasser - und es ist noch kein Ende abzusehen.

HB CANCÚN. „Wilma“ entlädt immense Regenmassen. Auf der mexikanischen Insel Isla Mujeres sind binnen 24 Stunden mehr als 1500 Liter pro Quadratmeter niedergegangen. Dies meldete der staatliche mexikanische Wetterdienst am Samstag. In Hamburg fallen im Vergleich etwas mehr als 700 Liter im ganzen Jahr. Zudem seien bei Cancún und an der betroffenen Riveria Maya an der mexikanischen Küste fünf bis acht Meter hohe Wellen an die Küste geschlagen.

Nach Einschätzung der Behörden hat „Wilma“ eine zerstörerische Wirkung wie „vier bis fünf normale Hurrikans“ auf einmal. Dies sei nicht nur Folge der extremen Windgeschwindigkeiten, sondern vor allem der Langsamkeit, mit der sich der Wirbelsturm mit einem Durchmesser von mehr als 800 Kilometern fortbewege, sagte der Gouverneur des Staates Quintana Roo, Félix González, am Samstag im Fernsehen. In der besonders betroffenen Stadt Cancún gebe es praktisch keine öffentlichen Gebäude ohne Schäden, sagte González.

Der Hurrikan habe „Schäden in einem noch nie gesehenen Ausmaß“ angerichtet, sagte González. Das Wasser stehe bis zu acht Meter hoch in der Stadt und erreiche bei einigen Hotels in Strandnähe das dritte Stockwerk, berichtete die Zeitung „Diario de Yucatán“ am Samstag. Der Sturm schleuderte Dachziegel durch die Luft, überflutete Straßen, knickte Telefon- und Strommasten um. An Land peitschende riesige Wellen rissen ganze Strände in den beliebten Touristenhochburgen an der mexikanischen Karibikküste weg. In Cancún und in anderen Ortschaften an der Küste fiel am Freitagnachmittag (Ortszeit) der Strom aus. Menschen aus der Region und Touristen harrten teils dicht gedrängt in Notunterkünften aus. Insgesamt hatten sich rund 34 800 Touristen, darunter rund 6000 Deutsche, an der mexikanischen Karibikküste aufgehalten. Über Tote wurde zunächst nichts bekannt. Die Nachrichten aus der unmittelbar betroffenen Region waren jedoch lückenhaft.

„Wilma“ bewegt sich pro Stunde etwa nur sechs bis acht Kilometer in nordwestlicher Richtung über die Nordwestspitze der mexikanischen Halbinsel Yucatán hinweg. Die Behörden warnten zehntausende Einheimische und Urlauber unter anderem aus Deutschland, ihre Schutzunterkünfte bei einem vorübergehenden Nachlassen des Sturmes auf keinen Fall zu verlassen. Es handele sich dann nur um das Auge des Hurrikans, dem der hintere Teile des Sturmes mit erneuter Brachialgewalt folge.

Nach stundenlangem Wüten mit Geschwindigkeiten von rund 220 Kilometern pro Stunde, schwächte sich der riesige Wirbelsturm zwar wie erwartet leicht ab. Auf der Insel Cozumel, wo der Wirbelsturm zuerst auf mexikanischen Boden getroffen war, richtete er schwere Schäden an. In Häusern wurden die Erdgeschosse überschwemmt. Strandrestaurants wurden zerstört, Bäume entwurzelt. Nach Angaben des Gouverneurs von Quintana Roo, Felix González, wurde bisher jedoch niemand verletzt.

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