ICE-Trasse gesperrt
Sturmtief trifft Süddeutschland mit voller Wucht

Die schweren Gewitter in der Nacht zu Sonntag haben eine Frau in Bayern das Leben gekostet. Zahlreiche Menschen wurden verletzt, als ein Sturm über ein Musikfestival fegte. Auch wichtige Bahntrassen sind betroffen.
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BerlinSchwere Unwetter mit Gewitterböen und Starkregen haben in der Nacht zum Sonntag über weiten Teilen Deutschlands getobt. Besonders schlimm traf es den Süden. In Bayern kam eine Autofahrerin ums Leben, die bei orkanartigen Gewitterböen von einem entwurzelten Baum in ihrem Wagen erschlagen wurde, wie die Polizei in Augsburg mitteilte. Bei einem Kulturfestival in Schwaben seien zudem zehn Menschen durch herumwirbelnde Äste leicht verletzt worden, hieß es.

In Bayern wirkten sich die Folgen des Unwetters auch auf den Bahnverkehr aus. Zahlreiche Bäume stürzten in die Gleise und die Oberleitungen, sagte ein Sprecher der Deutschen Bahn am Sonntagmorgen. Betroffen war vor allem der Regionalverkehr in Schwaben und Franken.

Aber auch im Fernverkehr gab es Probleme. Die Strecke München-Stuttgart bleibe voraussichtlich bis Sonntagmittag gesperrt. Reisende wurden umgeleitet, es kam zu Verspätungen. Die meisten Unwetterschäden konnten nach Angaben des Sprechers in den Morgenstunden beseitigt werden. Techniker waren im Einsatz, um die Oberleitungen zu reparieren. Die meisten Strecken im Regionalverkehr konnten am Sonntagmorgen wieder freigegeben werden.

In Baden-Württemberg kam es am Samstagabend zu Verletzungen bei 17 Menschen. Wie ein Polizeisprecher in Stuttgart sagte, entstand zudem ein Sachschaden in Millionenhöhe. Im Landkreis Heidenheim fegte der Sturm die Zelte auf einem Rockfestival weg. Durch umherfliegend Gegenstände wurden zehn Menschen verletzt, drei mussten im Krankenhaus behandelt werden. Viele der rund 6.000 Festivalbesucher hätten die Nacht daraufhin in Turnhallen verbracht, hieß es.

In der Nähe von Bad Urach in Baden-Württemberg hatte der Wind ein ganzes Gartenhaus auf eine Bundesstraße geweht.

Auch in Sachsen richtete das Unwetter erheblichen Sachschaden an. Wie die Polizei am Sonntag in Zwickau mitteilte, wurden Bäume entwurzelt, Straßen überflutet und Kanaldeckel herausgespült. Menschen wurden laut Polizei nicht verletzt. Im Vogtlandkreis musste ein Festzelt geräumt werden, nachdem es von einer Sturmböe angehoben worden war. Die 700 Besucher der Festlichkeit seien mit dem Schrecken davongekommen, hieß es.

Bei der Berliner Feuerwehr herrschte die zweite Nacht hintereinander der Ausnahmezustand. „Allein in der Stunde zwischen 3 und 4 Uhr morgens mussten wir zu rund 200 Einsätzen ausrücken, das ist rekordverdächtig“, sagte ein Sprecher der Berliner Feuerwehr am Sonntagmorgen. Durch Blitzeinschläge sei es auch zu mehreren Bränden gekommen.

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Schwere Schäden bereits am Samstag

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