Illegale Entgasung vermutet
Kapitän stirbt bei Schiffsexplosion in Essen

Auf dem Rhein-Herne-Kanal in Essen ist ein niederländischer Gastanker explodiert. Dabei ist der 30 Jahre alte Kapitän ums Leben gekommen. Weitere fünf Menschen - darunter seine Ehefrau und zwei kleine Kinder - wurden vorsorglich ins Krankenhaus gebracht. Ein Besatzungsmitglied erlitt leichte Verletzungen.

HB BERLIN. Die weithin spürbare Explosion des niederländischen Tankschiffs ist nach ersten Ermittlungen möglicherweise durch illegale Entgasungs-Arbeiten ausgelöst worden. Am Sonntagabend bestand nach Feuerwehrangaben keine Explosionsgefahr mehr.

Der direkte Auslöser der Detonation sei noch nicht bekannt, berichteten Polizei, Staatsanwaltschaft und Feuerwehr am Abend in Oberhausen. Das Tankschiff hatte am Vortag seine Ladung, ein Gemisch aus Kohlenstoff-Verbindungen, in Essen gelöscht. In den nahezu leeren Tanks habe sich dann ein explosives Gas-Luft-Gemisch gebildet. Nach ersten Ermittlungen habe der Kapitän auf dem Rhein-Herne-Kanal die Tanks entgast, also komplett geleert. Das ist nach Polizeiangaben vor einer Neubeladung nötig, sei aber auf dem Kanal verboten.

„Entlang des Kanals ist zu viel bebautes Gebiet“, sagte Staatsanwalt Gerd Unterberg am Sonntag. „Zum Entgasen hätte der Kapitän erst auf dem Rhein bis nach Walsum fahren müssen, und anschließend zum Beladen wieder nach Essen. Das hätte insgesamt 24 Stunden gedauert.“ Die Explosion der Tanks schreckte in der Nacht kurz nach 2.00 Uhr viele Anwohner einer Siedlung in Oberhausen aus dem Schlaf, durch die Druckwelle gingen zahlreiche Fensterscheiben zu Bruch.

Neben dem Schiffsführer seien seine 24-jährige Frau und die ein und zwei Jahre alten Söhne, sowie der 48-jährige Schwiegervater des Kapitäns an Bord gewesen. Alle seien Niederländer. Direkt nach der Explosion hätten sie sich mit dem Beiboot des 110 Meter langen Schiffes in Sicherheit gebracht. Auch der 64-jährige niederländische Steuermann sei mit der Familie von Bord gegangen. Die Angehörigen verletzten sich nur leicht und wurden noch am Sonntag von Verwandten in die Niederlande zurückgeholt. Ein 40 Jahre alter tschechischer Matrose sei mit dem Kapitän an Bord gewesen, als die Tanks explodierten.

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