Illegales Feuerwerk

Deutlich mehr Böller landen beim Zoll

Je größer und lauter das Feuerwerk, desto besser. So denken viele Deutsche und kaufen für Silvester verbotene Böller aus dem Ausland. Der Zoll warnt vor Verletzungen – denn teilweise ist Profi-Feuerwerk in der Lieferung.
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Für 2016 erwartet der Zoll, deutlich mehr illegale Feuerwerkskörper zu beschlagnahmen als in vergangenen Jahren. Quelle: dpa
Feuerwerkskörper für Silvester

Für 2016 erwartet der Zoll, deutlich mehr illegale Feuerwerkskörper zu beschlagnahmen als in vergangenen Jahren.

(Foto: dpa)

BonnDer Zoll beschlagnahmt in Deutschland immer mehr verbotene Böller und Raketen. Im vergangenen Jahr wurden mehr als 151.000 große Feuerwerkskörper sowie 1,85 Tonnen kleinteiliges Feuerwerk – wie zum Beispiel einzelne Böller – sichergestellt, wie Zollsprecher Jürgen Wamser der Deutschen Presse-Agentur sagte. 2013 lagen diese Zahlen noch bei 93.000 Stück plus 660 Kilogramm.

Und der Trend setzt sich fort. „Für 2016 zeichnet sich eine deutlich steigende Tendenz ab“, sagte Wamser. Eine absolute Zahl in Tonnen der größeren Pyrotechnik werde statistisch beim Zoll auf Bundesebene nicht erfasst. Kleinere hingegen werden in Tonnen erfasst, weil der Zählaufwand hierfür zu groß wäre.

Einer der größten Funde gelang dem Zoll Ende November an der deutsch-polnischen Grenze bei Forst in Brandenburg. Ein Lastwagen wurde mit fünf Tonnen illegaler Pyrotechnik auf dem Weg nach Belgien gestoppt. Dabei war der Laster weder speziell für solche Transporte gesichert, noch verfügte der Fahrer über eine Sicherheitslizenz.

So feiert die Welt Silvester
Silvesternacht in Madrid
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Spanien

Hier ist es üblich, dass in der Silvesternacht um Mitternacht die zwölf Glockenschläge von einer Turmuhr auf dem Platz Puerta del Sol im Herzen von Madrid vom Fernsehen ins ganze Land übertragen werden. Zu jedem Glockenschlag essen die Spanier je eine Weintraube. Dies soll für das neue Jahr Glück bringen. Die zwölf „uvas de la suerte“ (Weintrauben des Glücks) gibt es abgezählt in Plastiktütchen oder auch in kleinen Konservendosen zu kaufen.

Jahreswechsel in Wien
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Österreich

Bleigießen ist vor dem Jahreswechsel ebenso beliebt wie das Schenken von Glücksbringern. Kleine Schweine oder andere Figuren - teilweise auch aus Schokolade und Marzipan - sind dabei sehr verbreitet. Ein großes Feuerwerk um Mitternacht gehört in Österreich genauso zur Tradition wie ein Glas Sekt. Ist der Countdown zum neuen Jahr abgelaufen, schallt der Donauwalzer aus Fernsehen und Radio. Traditionell tanzen die Menschen ins neue Jahr. Wien verwandelt sich zur Partymeile und lockt mit einem eigenen „Silvesterpfad“ jährlich bis zu 800 000 Menschen in die Innenstadt.

Silvester- und Neujahrsbräuche aus aller Welt
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Tschechien

Zu Silvester fließt der Schaumwein in Strömen. Dazu werden meisterhaft belegte kleine Baguettestücke gereicht, die „chlebicky“ heißen. Um Mitternacht ertönt im Fernsehen die Nationalhymne. Feuerwerkskörper verwandeln das Prager Stadtzentrum in in einen wahren Hexenkessel. Das professionelle Neujahrsfeuerwerk der Stadt Prag am 1. Januar lockt Tausende an die Moldau.

A view on a new bridge while moving into postion on Danube river
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Slowakei

Die slowakische Hauptstadt Bratislava hat den „Silvesterlauf über die Brücken Bratislavas“ als neue Tradition eingeführt. In einer Art Mini-Marathon von 10 000 Metern wird über alle Donaubrücken zwischen dem Nord- und Südteil der Stadt hin- und hergelaufen. Dieses Jahr sind aber nur vier der eigentlich fünf Brücken einbezogen, weil die älteste wegen Bauarbeiten gesperrt ist.

Silvester- und Neujahrsbräuche aus aller Welt
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Bulgarien

Am Neujahrstag vertreiben die Bulgaren die bösen Geister. Als Ungeheuer verkleidete Männer, „Kukeri“, tanzen in großen Gruppen und schrecken Vampire ab. Mit Angst einjagenden Holzmasken und lautstarkem Läuten von Glocken, die auf ihren tierähnlichen Fellkostümen hängen, wollen sie das Unglück verjagen. Damit sollen im neuen Jahr eine reiche Ernte und Wohlergehen gesichert werden.

huGO-BildID: 2381576 The 2,500 year-old Parthenon atop Athens' ancient Acropolis is lit, late Thursday, December 30, 1999 with blue lights during a r
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Griechenland

Böller und große Feuerwerke sind zu Silvester in Griechenland nicht so verbreitet. Stattdessen spielen die Familien zu Hause Karten und andere Glücksspiele. Es gilt: Wer gewinnt, hat Glück das ganze Jahr hindurch. Wer verliert, hat Glück in der Liebe. In Griechenland und Zypern kommt der interessanteste Brauch am 6. Januar. Gläubige feiern mit einem Sprung ins Wasser die Taufe Jesu durch Johannes den Täufer und die Erscheinung des Heiligen Geistes. Mit diesem Ritus sollen auch böse Dämonen vertrieben werden.

Romania Daily Life Christmas
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Rumänien

Zu Neujahr sind verschiedene Glücksbringer-Rituale typisch: Oft tummeln sich Kinder mit einem neugeborenen Lamm unter dem Arm auf Straßen und Märkten - es soll Glück bringen, das Lämmchen zu streicheln, das traditionell „Vasilica“ genannt wird. Wer das will, muss allerdings eine Kleinigkeit zahlen.

Vermehrt seien in letzter Zeit derart große Ladungen gestoppt worden, erklärte die Sprecherin des Hauptzollamts Frankfurt an der Oder, Astrid Pinz. Das sei besorgniserregend, weil so ein Laster ein echter Gefahrguttransport mit jeder Menge Sprengstoff an Bord sei.

Das illegale Feuerwerk, das meist aus China stammt, erreicht Deutschland meist über Polen oder Tschechien. Organisierte Kriminelle setzten zuletzt aber auch vermehrt auch auf den Internethandel, erklärte Zollsprecher Andre Lenz. Über die Zusammenarbeit mit Postfirmen sei die Zollfahndung auch an diesem Phänomen dran. Schwieriger sei es hingegen, kleine Internet-Bestellungen von Privatleuten im EU-Ausland zu verhindern.

Auch der kleine Grenzverkehr beispielsweise über die Oder macht dem Zoll zu schaffen. Vielen Käufern sei beim Einkauf egal, wie brandgefährlich die Böller seien. Niemand wisse bei den chinesischen Fabrikationen genau, wie viel Schwarzpulver und andere Chemikalien in den Knallern enthalten seien.

Mehrjährige Gefängnisstrafe möglich
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1 Kommentare zu "Illegales Feuerwerk: Deutlich mehr Böller landen beim Zoll"

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  • "Herr Fritz Porters - 18.11.2016, 11:43 Uhr

    @ Herr Hoffmann

    ich habe nicht diesen enormen politischen Sachverstand wie Sie, aber die von Ihnen beschriebene "Grünen-Sozialistischen Vernichtungspolitik".... ist das sowas wie ein "Gemüseauflauf"? :-D
    Herrlich, die Kommentare sind echt Comedy... einige Artikel im HB sind echt besorgniserregend, aber die Kommentare können einem das Lachen zurückzaubern. Danke ...muss weiter arbeiten...aber nachher schaue ich noch mal in die Kommentare...will doch auch später noch was zu schmunzeln haben..."

    @Porters

    VIELEN DANK Herr Porters,
    es ist wirklich ein immenser Zeitaufwand, von morgens bis abends zu jedem Artikel so witzige Kommentare zu schreiben.
    Bei manchen Artikeln sogar mehrere.
    Schön das Sie das zu schätzen wissen.

    Aber die Ehre gebührt nicht mir alleine. An den Comedy-Kommentaren sind noch weitere Leute beteiligt die auch gewürdigt sein wollen:
    Paff, von Horn, Vinci Queri, Delli, Bollmohr, Caruso, Mücke, Ebsel, Dirnberger....

    ohne sie wäre ich hier sehr einsam !

    Aber besonders erwähnen möchte einen, der wirklich den ganzen Tag, und damit meine ich von morgens bis abends, aber auch wirklich jeden Artikel kommentiert (er ist fleisiger als ich), und auch die meisten Artikel mehrmals kommentiert.....

    das ist unser geliebter

    TRAUTMANN

    Danke

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