Im Cabrio entlang der Mosel
Kurvenreiche Fluss-Fahrt

Bei strahlendem Sonnenschein in einem BMW M3 Cabrio eine Spritztour durch die Weinberge der Mosel zu machen ist ein Traum. Wer würde da schon gerne anhalten? Unser Autor. Denn zwischen den Moselschleifen warten viele kulinarische Entdeckungen. Ein Auto-Test für Gourmets.

Links fliegt die Schieferformation vorbei, rechts fällt der Steilhang mit 70 Prozent Neigung ins Tal. Nur die knorrigen Hälse uralter Rebstöcke recken sich am Wegesrand an ihren Stützbohlen wie stumme Zuschauer. Dieser Asphaltstreifen im Weinberg ist überraschenderweise eine öffentliche Straße, theoretisch wären hier 100 Sachen erlaubt – doch schon bei Tempo 40 fühlt man sich wie ein Rallye-Pilot, bis eine Truppe Rentner um die nächste Kehre trampelt. Geführte Reisegruppe. Ondulierte Köpfe drehen sich, beigefarbene Blazer machen widerwillig eine Gasse frei. Ein finsterer Gedanke meldet sich: Vielleicht war es doch keine gute Idee, diesen offenen Kraft-Wagen ausgerechnet an die Mosel auszuführen. Wo die klimatisierten Reisebusse von „Best-Agern“ haltmachen, auf den Betonparkplätzen von Touristenfallen wie Cochem oder Bernkastel-Kues.

Aber die Mosel hat ja weit mehr als das zu bieten. Zuallererst erweist sich die Gegend als ideales Revier, um dem offenen Boliden von BMW Auslauf zu gönnen. Pünktlich zur Cabrio-Saison haben die Münchener die potente Achtzylinder-Version ihres Dreiers mit dem Carbon-Klappdach aus der Serie ausgestattet. Nach 22 Sekunden hat sich die harte Haube anstandslos und automatisch in den Kofferraum gefaltet – bei niedrigem Tempo auch während der Fahrt –, was dem Fahrer erlaubt, den rotzigen Klang des 420-PS-Aggregats ungefiltert zu genießen. Es muss ja nicht der Feldweg im Weinberg sein – besser sind die Landstraßen, die sich insgesamt 544 Moselkilometer den Fluss entlangschlängeln.

Auf denen trompetet der Vierlitermotor aus seinen extrabreiten Endrohren, dass es wonnig von den Bergen hallt. Per Handschaltung lässt sich der M3 willig in rund fünf Sekunden auf Tempo 100 treiben. Die Spurlage des M3 Cabrio ist – wie nicht anders zu erwarten – nahezu perfekt. Eher beugt sich der Fahrer beim Drehen des Lenkrads, weil die kurzen, präzisen Lenkbewegungen solchen Spaß machen.

Kurt Tucholsky soll mal über eine Reise von Trier nach Koblenz gesagt haben: „Wir soffen uns langsam den Fluss hinab.“ Erstes Ziel des sommerlichen Sonntagsausritts ist deshalb nicht die Nordschleife, sondern Winningen im Herzen der Terrassenmosel, jenes rund 100 Kilometer langen Abschnitts zwischen der Rheinmündung in Koblenz und Bernkastel-Kues, wo die Winzer ihre Steilhänge traditionell mit Schiefermauern in sonnige Stufen verwandeln. Ein paar Drehungen am „i-Drive“-Knopf in der Mittelkonsole, und das M3-Navi flüstert uns den Weg zu Reinhard Löwenstein. Der Winzer gilt als Künstler an der Rieslingtraube. Der Weinführer Johnson nennt ihn einen „aufgehenden Stern“, die Gourmet-Postille „Feinschmecker“ bezeichnet ihn als „unumstrittene Nummer eins der Terrassenmosel“.

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