Im Osten weniger Deutsche erkrankt: Immer mehr Deutsche leiden an Allergien

Im Osten weniger Deutsche erkrankt
Immer mehr Deutsche leiden an Allergien

Rund jeder fünfte Deutsche hat nach aktuellen Studien mittlerweile eine Allergie. Die Zahl der Allergiker habe in den vergangenen Jahren dramatisch zugenommen, heißt es im aktuellen „Weißbuch Allergie in Deutschland“, das am Mittwoch in Berlin vorgestellt wurde.

HB BERLIN. Allein der Anteil der Erwachsenen mit Heuschnupfen sei von 1990 bis 1998 um 70 Prozent gestiegen. Deutlich zugenommen habe auch die Zahl der Allergien bei Kindern. So sei von 1995 bis 2000 der Anteil der Kinder mit Asthma-Symptomen von 10 auf 13 Prozent gestiegen, derjenigen mit Heuschnupfen von 13 auf 16 Prozent.

In Ostdeutschland treten Allergieerkrankungen immer noch weniger häufig auf als im Westen, aber auch hier sei ein zunehmender Trend zu beobachten. Die Gründe für den Anstieg seien nicht ganz klar. Feste stehe: Kinder von Bauern haben deutlich weniger Allergien als Kinder in Städten. Zudem würden Allergie fördernde Hausstaubmilben in den immer besser isolierten Wohnungen zunehmend günstigere Lebensbedingungen finden.

Nach Ansicht der Mediziner ist ein Rückgang der Allergieerkrankungen nicht in Sicht. „Wir müssen etwas dagegen tun, dass nicht ganz Deutschland allergisch wird“, sagte Professor Johannes Ring von der Technischen Universität München. Allergien seien ernst zu nehmende Erkrankungen. Sie könnten chronisch werden und tödlich enden. Die Zahl der Asthmatoten übersteige in Deutschland schon die Zahl der Verkehrstoten. Wenn Jugendliche eine Ausbildung abbrechen, sei in bis zu 80 Prozent der Fälle eine Allergie der Grund.

Gut die Hälfte der Allergiker wüssten allerdings nichts von ihrer Erkrankung. Nur etwa 10 Prozent ließen sich richtig behandeln. Durchschnittlich koste eine Allergiebehandlung pro Patient rund 500 Euro im Jahr. Die Ärzte fordern eine bessere Versorgung der Patienten und eine Förderung der Früherkennung.

Die Ärzte kritisierten, dass nach der Gesundheitsreform nur noch drei Präparate zur Allergietherapie rezeptpflichtig seien und von den Krankenkassen erstattet würden. Auch die Kosten einer Immuntherarpie müssten die Patienten mittlerweile selber tragen. Eine Früherkennung könne aber den eigentlichen Ausbruch von Allergien verhindern. Die zweite aktualisierte Auflage des Weißbuchs Allergie wurde von der Deutschen Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie und dem Ärzteverband Deutscher Allergologen erstellt.

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