Im Schlaf überrascht
Gefängnisbrand fordert mehr als 100 Todesopfer

Mindestens 102 Menschen sind bei einem Gefängnisbrand in Honduras am Montag ums Leben gekommen. Nach Angaben der Behörden wurden weitere 25 Insassen schwer und 56 leicht verletzt.

HB TEGUCIGALPA. Brandursache war ersten Ermittlungen zufolge ein Kurzschluss, der eine Explosion in einer Klimaanlage auslöste. Die Gefangenen in der Haftanstalt der Stadt San Pedro Sula, rund 250 Kilometer nördlich der Hauptstadt Tegucigalpa, wurden am frühen Montagmorgen (Ortszeit) im Schlaf überrascht.

„Als wir aufwachten, standen unsere Betten schon in Flammen“, berichteten Überlebende. Die Opfer des Brandes gehören der gefährlichen Jugendbande „Mara Salvatrucha“ an, die in mehreren Ländern Mittelamerikas ihr Unwesen treibt. In dem Gefängnis Centro Penal San Pedrano sind insgesamt mehr als 2000 Häftlinge untergebracht, mehr als doppelt so viele wie vorgesehen. Die Feuerwehr brachte den Brand schnell unter Kontrolle. Es war schon der zweite große Gefängnisbrand in Honduras in gut einem Jahr.

Honduras' Präsident Ricardo Maduro brach am Montag eine Europareise ab und kündigte an, von Dienstag an persönlich die Untersuchungen zur genauen Aufklärung der Unglücksursache zu leiten. „Dies ist eine Tragödie von enormen Ausmaßen“, sagte Maduro, der am Montag in Rom mit Papst Johannes Paul II. zusammengetroffen war. Ein Treffen mit Italiens Ministerpräsident Silvio Berlusconi sowie seine geplante Weitereise nach Spanien sagte Maduro wegen der Brandtragödie ab.

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