Im Weltraum verfallen die Muskeln schneller
Shuttle soll im Sommer wieder fliegen

Die Space-Shuttle soll wieder fliegen: Die amerikanische Raumfahrtbehörde NASA will im Sommer 2004 ihre nach dem „Columbia“-Unglück gestoppten Shuttle-Flüge wieder aufnehmen. Ein bemannter Ausflug zum Mars ist aber so bald nicht geplant

HB BREMEN. Die Risiken sollen anhand der Untersuchungsergebnisse weiter ausgeräumt und damit „die Flüge so sicher wie möglich“ werden, sagte NASA-Chef Sean O'Keefe am Dienstag auf dem 54. Internationalen Weltraumkongress in Bremen. Dazu seien aber keine grundlegenden Änderungen des Shuttles erforderlich. Am 1. Februar waren sieben Astronauten ums Leben gekommen, als die „Columbia“ über Texas abstürzte.

Eine Untersuchungskommission hatte der US-Behörde in ihrem Ende August vorgelegtem Abschlussbericht erhebliche Mitschuld an dem Absturz der Weltraumfähre gegeben. Gravierende Fehler des NASA- Managements sowie eine falsche Unternehmenskultur seien für das Unglück ebenso verantwortlich wie das 800 Gramm schwere Stück Schaumstoff, das die Fähre beim Start beschädigte und die Katastrophe auslöste, hieß es.

„Wir arbeiten an der Verbesserung der Fehler, die erkannt worden sind“, sagte O'Keefe in Bremen. Dazu zählten auch Managementfehler, die „wir jetzt abstellen“. Bei der Fertigstellung der Internationalen Raumstation (ISS) werde trotz der Unterbrechung der Shuttle-Flüge derzeit „keine Zeit verloren“. Sämtliche Module und Baugruppen würden im Kennedy-Space-Center gelagert, um bei Wiederaufnahme „in optimaler Flugfolge“ zur ISS gebracht zu werden.

Einen bemannten Raumflug zum Mars wird es nach Angaben O'Keefes erst geben, wenn neue, bessere Antriebssysteme zur Beschleunigung der Reise entwickelt sind. Das Problem sei der starke körperliche Verfall der Menschen im All. Bei längerem Aufenthalt betrage der Knochenabbau etwa zehn Prozent und es gebe hohe Verluste der Muskelmasse. Zum Mars dauere die Reise mit den heutigen Antrieben mehr als ein Jahr, sagte O'Keefe. „Wenn wir herausfinden, den Verlust der Knochenmasse im All zu verhindern, dann könnten wir alle eines Tages auf der Erde von Osteoporose verschont bleiben.“

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%